Bilder im Einmachglas

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Bilder im Einmachglas

      Hallo Zusammen,

      Mein Internet hat mir neulich mit diesem Artikel die Zeit gestohlen. Christoffer Relander fotografiert ein schwarzes Einmachglas im Studio vor weißem Hintergrund und anschließend eine Landschaft. Das Motiv ist dann nur im Glas sichtbar.
      Im Prinzip also ganz Einfach: Glas anmalen, Hintergrund so hell wie möglich belichten, sich merken wo das Glas im Sucher war und los gehts.
      Dachte ich mir jedenfalls...

      Leider habe ich kein Studio sondern nur ein Bettlaken und einen Youngnuo Blitz. Und anstatt einer praktischen Mittelformatkamera eine Nikon FE mit einem 50er 1,8 (Naheinstellgrenze 60cm).
      Ich muss also den ganzen Film im Vorraus belichten, (fast ganz) zurückspulen, wieder einfädeln und dann noch einmal belichten.
      Um das Glas wenigstens in halbwegs Sinnvoller Größe abzubilden sind die 60 cm Abstand zu viel. Deshalb habe ich abgeblendet und bin noch ein bisschen näher ran.
      Mit den Einschränkungen meiner Hardware komme ich also klar.

      Schwieriger ist die Belichtung so auszubalancieren,
      • dass der Hintergrund weiß bleibt.
      • dass das Glas so dunkel wie Möglich bleibt (dort so wenig wie möglich im Film passiert).
      • dass das Motiv gut erkennbar, aber die Struktur des Glases erhalten bleibt.
      • (dass der Deckel nicht im Motiv verschwindet).


      Ich habe bis jetzt auf Superia 200 belichtet, den gibts im Fotoladen meines Vertrauens im Dreierpack die Entwicklung ist Gratis und dauert einen Tag (bis ich einen Film entwickelt habe können Monate vergehen und ich kann weder Abzüge machen noch scannen).

      Zum Aufbau: Der Blitz steht hinter dem Bettlaken auf einer Linie mit Glas und Kamera. Schräg über der Kamera kommt ein weißer Reflektor zum Einsatz.
      Außerdem dachte ich, dass ein bisschen mehr Licht von vorne nicht schaden kann. Da ich aber nur LED Nachttischlampen zur Verfügung habe; naja, es schadet doch.

      Ich habe verschiedene Belichtungsreihen ausprobiert. Blitz, Blende und Zeit (die LEDs sind ja die ganze Zeit an),
      Für das Motiv verlasse ich mich auf den Beli der Kamera und habe per Belichtungskorrektur verschiedene Zeiten eingestellt.

      Die besten Ergebnisse habe ich bisher erzielt wenn der Blitz auf volle Kraft und die Kamera auf F8/F11 eingestellt war.
      Das Motiv scheint am deutlichsten zu sein wenn es überbelichtet wird.

      Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass meine Ergebnisse nicht konsistent sind. Ich habe zwar einige der Glas-Aufnahmen mit "B" gemacht (das mit den Nachttischlampen war echt ne blöde Idee). Aber selbst wenn ich eine feste Zeit eingestellt habe, komme ich nicht wirklich dahinter ob länger oder kürzer besser ist.

      Kann man das Glas gleichmäßig belichten und trotzdem gute (nach o.g. Kriterien) Ergebnisse bei dunklen und hellen Motiven erzielen?

      Wenn ja wie, wenn nein warum nicht?

      Und lassen sich die Versuchsergebnisse mit Farbfilm ohne weiteres (max. 1 Probefilm) auf S/W übertragen?


      Die Angaben zu Belichtungszeiten, Blendenwerte und Blitzstärke stammen aus meinen Notizen und dürfen deshalb gerne kritisch auf ihre Korrektheit hin hinterfragt werden *green* . Sie müssten aber eigentlich stimmen.


      Jetzt wünsche ich euch viel spaß beim Knobeln, freue mich auf eure Antworten und bedanke mich schon mal im vorraus.


      Gernot


      12A(1) - F11+~2s; F8 +0,5.jpg13A(1) - F8+~2s; F8 +1.jpg14A(1) - F8+~2s; F8.jpg18A(1) - - F8+~2s; F8+1.jpg19A(1) - - F8+~2s; F8+0,5.jpg
      Mehr Licht.
      -Goethe
    • Hier die Legende zu den Dateinamen:
      {Nummer des Negativs} - {Blende}+{zus. Zeit} ; {Blende}+{Belichtungskorrektur}
      --------- Glas --------- ; ------------ Motiv -----------------------
      { 29A(1)} - {F5,6}+{30tel} ; {F4}+{1}
      29A(1) - - F5,6+30tel; F4+1



      Ich hoffe das ist verständlich und das die Bilder halbwegs Aussagekräftig sind. Der nächste Film wird dann ein richtiger Testfilm.

      29A(1) - - F5,6+30tel; F4+1.jpg30A(1) - F5,6+30tel; F4+0,5.jpg36A(1)- F11+8tel; F8+0,5.jpg20A(1) - - F8+~2s; F8.jpg36A(1)- F11+8tel; F8+0,5.jpg
      Mehr Licht.
      -Goethe
    • Hmm.... Hier passiert ja nicht so viel. Und das mit dem Hochladen hat auch nur so mittel geklappt.

      Ich stelle noch mal meine Fragen, vielleicht kommt ja zufällig jemand vorbei, der Ahnung von Doppelbelichtungen hat.

      Wie schaffe ich es, dass:
      [*]dass der Hintergrund weiß bleibt?
      [*]dass das Glas so dunkel wie Möglich bleibt und dadurch dass das Motiv gut erkennbar, aber die Struktur des Glases erhalten bleibt?
      [*]
      [*]Ich meine es sollte reichen den Hintergrund überzubelichten, damit dort bei der zweiten Belichtungen keine Informationen mehr aufgenommen werden können.
      [*]Und da das Glas schwarz ist (=> Keine/wenig Reaktion in der Emulsion), müsste alles was heller ist als das Schwarz sichtbar sein.
      [*]
      [*]Wenn ich einen Denkfehler gemacht habe (oder auch nicht), sagt mir bitte Bescheid.
      [*]
      [*]Danke
      Mehr Licht.
      -Goethe
    • Hört sich schon ganz richtig an. Da das Glas immer Reflexionen erzeugt, wird es immer als Glas erkennbar bleiben, jedenfalls am Rand. Du bist für das Motiv ja auf die große dunkle Fläche beschränkt, den Rest macht der Kopf...

      Ich habe mal vor langer Zeit eine Doppelbelichtung vom Saturn und einer Landschaft gemacht: Im Sommer kurz vor Sonnenuntergang, sehr diesig, eine weite Landschaft. Dann aus einem Buch ein Bild vom Saturn, normale Belichtungszeit, einfach drüber. Der Saturn ist in dem Buch vor einem schwarzen Hintergrund abgebildet, so dass ich ihn leicht versetzt ins Bild belichten konnte und er nicht Landschaftsteile überdeckte. Das Ergebnis war erstaunlich gut, es sieht so aus, als wenn am Abendhimmel der Saturn aufgeht, täuschend echt.

      Genau so machst du das hier mit den Gläsern. Wenn du darauf achtest, dass sich die Motive nicht gegenseitig "platt" machen, müsste das "ziemlich oft gut hinkommen". Mehr kannst du bei solchen Tricks nicht verlangen, glaube ich. Vielleicht solltest du noch herausfinden, warum der weiße Deckel - der ja so weiß ist wie der Hintergrund - nicht besser deckt.

      Grüße
      Rolf
    • Neu

      Hallo Rolf,

      Desto größer der Kontrast zwischen Glas und Hintergrund ist, desto Besser müsste es Funktionieren.

      Ich vermute der der Deckel deckt nicht so gut (haha), weil er dunkler als der Hintergrund ist.

      Beim nächsten Testfilm lasse ich das Füllicht von vorne weg und werde es auch mal ohne Reflektor von vorne versuchen.
      Dann wird der Deckel zwar noch dunkler aber eventuell bringt der Unterschied ja was für den Kontrast im Glas.
      (Wahrscheinlich nur sehr wenig - mal sehen).

      Lassen sich die Einstellungen 1:1 auf schwarz-weiß übertragen?
      Wenn ja könnte man auf S/W versuchen mit den LEDs (Papier, Klebeband, Geduld und Spucke) den Deckel aufzuhellen.

      Ich versuche einen Testfilm zu machen und vielleicht schaffe ich es diese Woche noch ein paar Bilder zu zeigen.
      Mehr Licht.
      -Goethe