In Frankfurt durchs Loch geguckt

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    • In Frankfurt durchs Loch geguckt

      Ich bin am Wochenende in Frankfurt gewesen und hatte meine Lochkamera (70mm/f184) dabei. Ilford FP4, Belichtungszeit bei der Innenaufnahme um die 10, bei den beiden anderen zw. 1 und 2 Sekunden.
      Bilder
      • scanScan-150419-0001.jpg

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    • Hallo Andreas,


      auch wenn ich jetzt gleich den Zorn der Gemeinde auf mich ziehe, ich muss es sagen:


      Ich finde die Bilder gut und versuche Deine Begeisterung für die Lochkamera nachzuvollziehen. Du merkst schon, so ganz ist es nicht mein Ding.

      Allerdings finde ich, dass die Lochkamera die klaren Linien, und somit die Bildern #1 und #3 und die darauf abgebildeten Objekte, nun gar nicht unterstützt.

      Aus meiner Sicht leider das falsche Werkzeug.

      Aber es gilt wie immer: s.u.

      Gruß Volker
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      Meine Meinung ist objektiv absolut subjektiv und/oder/aber subjektiv absolut objektiv

      und am besten macht es jeder so, wie er denkt und es mit seinem Gewissen vereinbaren kann
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      wer Bilder gucken möchte

    • Kein Stress... Zumindest meinen Zorn ziehst Du Dir damit nicht zu.
      Aber: Warum das falsche Werkzeug? Die Frage stellt sich mir gar nicht, weil:

      Intention ist es ja nicht gewesen, perfekte Architekturfotografie zu betreiben und das mangels Alternativen leider nur mit einer Pinhole, sondern schlicht "mit der Pinhole zu fotografieren". Klar, wäre die Absicht gewesen, was fine-art-mäßiges der Deutschen Bank-Türme hinzubekommen, dann wäre ich mit anderem Equipment losgezogen (oder hätte es tun sollen).

      Für mich hat (analoge) Fotografie aber auch ganz maßgeblich mit dem Erlebnis des Fotografierens an sich zu tun. Ich liebe es, alte Kameras zu bespielen und da hin und wieder einen Film einzulegen und sie zu nutzen. Das kann dann auch gerne mal eine Box-Kamera oder so was in der Art sein. Wenn dann am Ende noch (für mich) "gute" Bilder bei rauskommen, dann freue ich mich darüber mehr, als wenn ich sie mit einer, sagen wir mal Canon 5D MKII gemcht hätte. Ich nehme aber auch gerne in Kauf, dass die Fotos unter technischen Gesichtspunkten nicht perfekt sind. Das ist mir aber gleich, weil ich nun mal lieber analog als digital fotografiere. Und das nicht, weil ich es für "irgendwie besser" halte, sondern weil es mir über den ganzen Prozess hinweg mehr Spass macht. Das hat halt auch viel mit Ausprobieren und "Spielen" zu tun...

      Du verstehst, was ich meine?
    • Ja!

      Gruß Volker, der aber standhaft bei seiner Meinung bleibt!
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      Meine Meinung ist objektiv absolut subjektiv und/oder/aber subjektiv absolut objektiv

      und am besten macht es jeder so, wie er denkt und es mit seinem Gewissen vereinbaren kann
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    • Bernd_Hutschenreuther schrieb:

      Das schöne ist, dass es bei der Lochkamera praktisch keine nichtlinearen Verzerrungen (außer durch Unschärfe bedingte) gibt, solange das Foto glatt eingelegt ist.

      Mir gefallen Deine Bilder hier gut.



      Ich mag die Motive und wie sie fotografiert worden sind ebenfalls. Bin auch immer wieder erstaunt darüber, wie gut doch Fotos werden, die man ohne Objektiv gemacht hat. Insofern also :thumbup:

      Was mich irritiert ist das, was Bernd zuvor schrieb. Ich dachte immer, dass es bei Lochkamerafotografie keinerlei stürzende Linien gäbe. Offensichtlich eine Fehlinformation, oder?
      ernst-kluger.de


      Selbst der größte öffentlich verkündete Unfug begann häufig mit den Worten "Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ......."
    • Andreas Cloos schrieb:



      Für mich hat (analoge) Fotografie aber auch ganz maßgeblich mit dem Erlebnis des Fotografierens an sich zu tun. Ich liebe es, alte Kameras zu bespielen..
      Ich nehme aber auch gerne in Kauf, dass die Fotos unter technischen Gesichtspunkten nicht perfekt sind. Das ist mir aber gleich, weil ich nun mal lieber analog als digital fotografiere.


      Hallo, Andreas,

      Deinen Spass am alten Gerät kann ich sehr gut nachvollziehen.
      Deinen Vergleich der technischen Aspekte von analoger und digitaler Fotografie jedoch nicht.
      Ich behaupte, man kann auch mit "miesestem" Equipment "perfekte" Bilder machen, die Stimmung muss halt passen und stimmen..

      Nicht nur, dass man auch zu analogen Zeiten hin und wieder ein technisch perfektes Bild sah - es gibt auch hervorragende Pinholeaufnahmen.
      Und hier stimme ich dem Volker zu : bei den Architekturen hätte ich auch keine Pinhole genommen, die ist auch für mich den Bildern hier abträglich.
      Die Allee plus Schloss, das wäre widerum ein ideales Pinholemotiv aus meiner Sicht, jedoch ginge dies auch deutlich besser umzusetzen.

      Ich denke, der Betrachter kommt schwer von seiner Erwartungshaltung los, also will er sicher, vermute ich bezogen auf meine eigene Einstellung, zunächst ein gerades und technisch einwandfreies Architekturbild sehen.
      Künstlerisch beackert ginge auch, ergäbe aber andere Erträge.
      Ich hatte zunächst überlegt, ob Du die Bilder daher vielleicht besser nicht in die GF-Abteilung gepackt hättest, denke aber im Nachhinein, dass auch in einer Pinholeabteilung Kritik kommen würde.
      Die Bilder sind nicht gut eingefangen, wie ich finde.

      Im Ersten wirkt der rechte Teil des Bildes absolut störend auf mich, im Schlossbild fehlt mir persönlich die Romantik, die wohl allein schon durch die Laternen gestört wird - auch der Pinholeeffekt kommt nicht recht rüber.

      Dass ein Pinhole nicht verzeichnet, war mir nicht bekannt - kann das jemand bestätigen?

      VG,
      Ritchie
    • Moin,

      Interessant - über die Frage "was ist ein geeignetes Motiv für die Pinhole" habe ich mir fast keine Gedanken gemacht. Werde es auch innerhalb gewisser Grenzen nicht tun. Außerhalb dieser Grenzen liegen natürlich Genres wie zB Sport- Konzert- oder Wildlife-Fotografie ;) Aber ob die Frankfurt Oper (das Schloss) mittags um 3 ein geeignetes Motiv für die Pinhole ist... Ich fand halt schon.

      Es gibt Tage, da will ich "xy" fotografieren und es gibt Tage, da will ich mit "xy" fotgrafieren. Bin ich in zB Afrika auf Fotosafari, kommt die Canon 7D mit dem 100-400mm mit, weil sie das beste Equipment ist, was ich für den Einsatzzweck habe; will ich mit einer bestimmten Kamera fotografieren, dann schnapp ich mir die, pack einen Film rein, lauf los und guck, was bei rauskommt. Am Samstag war das eben die Pinhole.

      Auf gar keinen Fall wollte ich analoge Fotografie im Vergleich zu digitaler Fotografie generell in eine technisch unzulängliche Ecke rücken! Mit "nicht technich perfekt" meinte ich weniger alles was sich um "Bildgestaltung" subsummieren läßt, sondern das Ergebnisses eines Aufnahme-, Entwicklungs- und Digitalisierungsprozesses, so wie ich den betreiben kann. Der ist eben nicht perfekt, da gibt es mal Staub und Flusen oder andere Unzulänglichkeiten. Dazu kommt, dass ein Bild aus zB der Genos Rapid, mit leicht eingetrübter Linse anders aussieht (streng genommen "schlechter"), als mit meiner M6 und entsprechendem Objektiv, ist nicht wegzudiskutieren. Macht mir aber, je nach Stimmung, genau so viel Spass.
    • Ein Pinhole-Objektiv bildet in erster Näherung jeden Originalpunkt so ab, dass das Loch auf der Geraden zwischen Bildpunkt und Originalpunkt liegt.
      Verzeichnungen können auftreten, wenn das Fotopapier bzw. der Film nicht in einer Ebene/nicht plan liegen, oder wenn es irgendwelche das Licht beeinflussende Luftschichten gibt, (z. B. Wärmeschichtungen.)

      Stürzende Linien können sich ergeben, indem 1. der Abstand des Originals relativ nah ist, oder 2. die Kamera schräg gehalten wird.

      Perspektivische Verzeichnungen erfolgen beim Pinhole linear, aber in Zentralperspektive. Nur für weit entfernte Objekte gilt näherungsweise Parallelprojektion.

      de.wikipedia.org/wiki/Zentralprojektion - Zentralprojektion
    • Richard Deschain schrieb:


      ...

      Dass ein Pinhole nicht verzeichnet, war mir nicht bekannt - kann das jemand bestätigen?

      VG,
      Ritchie


      Ich denke mal, die Lochfotografen richten ihre Kameras gerne waagrecht/senkrecht aus.

      Dann sind Filmebene und Objektebene (Architekturebene) bei Frontalaufnahmen planparallel, also gibt es keine Verzeichnungen.

      Vielleicht entsteht dadurch eine falsche überdenkenswürdige Erwartungshaltung.

      Andreas hat aber aufwärts gezielt, und schon verzeichnet die Aufnahme.

      Eigentlich gelten die selben Überlegungen wie beim Scheimpflug.

      Hätte die Lochkamera ein Balgengehäuse ... :huh: fehlte nur noch die Linse.


      Von mir als Kleinbildfotograf, also Lochkameratheoretiker, eine klare Nichtbestätigung.



      Grüße Stefan Schmitt


      edit: Bernd war schneller, kann man überflüssig gewordene Beiträge irgenwie löschen?
      Ein Leben ohne Film ist möglich, aber sinnlos.
    • Stefan, Bernd, danke für die Richtigstellung.

      Andreas Cloos schrieb:

      über die Frage "was ist ein geeignetes Motiv für die Pinhole" habe ich mir fast keine Gedanken gemacht. Werde es auch innerhalb gewisser Grenzen nicht tun... lauf los und guck, was bei rauskommt.


      Klar, jeder packt seine Fotografie anders an.
      Die Frage nach dem passenden Objektiv zum Sujet ist aber immer eine Überlegung wert, finde ich, und die Lochblende versteht sich ja in etwa als Objektiv ( wo die Optik dranhängt, ist zwar nicht wurscht, aber sicherlich zweitrangig). .

      ""dass ein Bild aus zB der Genos Rapid, mit leicht eingetrübter Linse anders aussieht (streng genommen "schlechter"), als mit meiner M6 und entsprechendem Objektiv, ist nicht wegzudiskutieren. ""

      Sehe ich nicht so. Auch Du stellst ja das "Schlechter" selbst schon in Frage..
      Auch der Kamera messe ich zunächst keine Bedeutung für das Bild bei, sofern ich keine speziellen Funktionen oder eine gewünschte Qualität im Bild ( Format) benötige.
      Es gibt "schlechte" Optiken, die situationsabhängig überhaupt erst ein tolles Bild ermöglichen, wie es eine "gute" Optik nicht ansatzweise geschafft hätte.
      Also, dabei bleibe ich - Motiv und Optik sollten für mich zueinander passen, die Geschmacksfrage lässt sich hierbei aber schlecht diskutieren.

      Zurück zum Bild, zum Aufbau - wie fasst Du meine diesbezüglichen Kritiken auf?

      VG,
      Ritchie
    • Ich wollte noch zufügen, was ich mit "erste Näherung" meinte:
      Bedingungen:
      Das Loch ist klein gegenüber den Distanzen und relativ groß gegenüber der Wellenlänge des Lichtes.

      Wenn das Loch sehr dicht an der Bildebene ist, sieht man das loch statt des Bildes.
      Es gibt auch ein Optimum der Lochgröße. Bei sehr kleiner Lochgröße überwiegt die Beugung, bei sehr großer Lochgröße ist dagegen die Bedingung: klein gegenüber Distanzen - nicht gegeben. Dann wird es unscharf, weil auch sehr viele Strahlen vom Randgebiet durchkommen.

      Ich habe für die Beobachtung der Sonnenfinsternis eine Lochkamera (ohne Film und Gehäuse) mit 5 mm Lochdurchmesser und ca. 2 m Brennweite gebaut. Sehr scharf war es nicht - aber gut zu beobachten.
    • Richard Deschain schrieb:


      Zurück zum Bild, zum Aufbau - wie fasst Du meine diesbezüglichen Kritiken auf?

      Naja, was soll ich sagen... Ich kann verstehen, was Dich stört - aber gerade bei der Alten Oper wollte ich die Laternen als Rahmen nutzen. Und ich wollte unten den breiten Streifen Pflaster haben, und ich wollte die Oper ausnahmsweise genau in die Mitte setzen, so dass die Linien auf sie zu laufen. Einen "romantischen" Bildaufbau ohne die Laternen hatte ich nicht im Sinn.