Kodak Dektol Entwickler

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    • Kodak Dektol Entwickler

      Hallo,

      ist ja manchmal so, dass man irgendwo etwas Tolles sieht (hier eben Fotos) und das dann auch so haben möchte. Ich bin ein Fan von James Wiley jrwiley.com Seine Bilder auf Flickr und Ipernity waren, als er dort noch aktiv war, mit Dektol getaggt. Ich habe mir vor einiger Zeit den sehr günstigen Entwickler besorgt und angerührt. Mit den Vergrößerungen in Dektol bin ich zufrieden. Ich habe nichts daran auszusetzen. Leider gibt im es im Netz kaum Infos zu dieser Chemie.

      Mich würde interessieren, was der Entwickler im Vergleich mit z.B. Ilford Multigrade Entwickler besser oder schlechter kann, oder was sein bevorzugtes Einsatzgebiet ist. Ich sollte noch mitteilen, dass ich harte Kontraste bevorzuge und auf ADOX MCP 312 vergrößere.

      Beispiel: ipernity.com/doc/291337/38607970


      Gruß Ralle
    • Hallo,
      am Dektol ist absolut nichts besonderes. Das ist ein ganz normaler, klassischer Metol-Hydrochinon Entwickler mit Natriumcarbonat als Alkali, Natriumsulfit als Alterungsschutz und Kaliumbromid als Antifog. Von allen Herstellern gibt/gab es sehr ähnliche Formulierungen. Das ist der typische Papierentwickler schlechthin.
      Zum Selbstansatz gibt es die Rezeptur Kodak D-72, die ist praktisch identisch mit dem konfektionierten Dektol. D-72 kann man 1:1 bis 1:3 verdünnen und damit die Entwicklungsgeschwindigkeit und auch etwas den Kontrast steuern. Vom Bildton her würde ich ihn als neutral mit leichter Tendenz zu warm bezeichnen, vom Kontrast her als eher kräftig. Mit Multigrade RC von Ilford komme ich bei 1:1 auf ca. 10-15 Sek. Bildspurzeit, ausentwickelt ist der Print nach ca. 1 1/2 bis 2 Minuten. Die Haltbarkeit ist gut.
    • Die Bilder sind eine Kombination aus hohem Negativkontrast, hohem Lichtkontrast (zum Beispiel "Fence") und sehr starker Nachbearbeitung. Mit dem verwendeten Positiventwickler hat das eher wenig zu tun. Ansonsten ist Dektol wirklich nichts besonderes, und insbesondere bei modernen Papieren mit eingebauten Entwicklungsbeschleunigern hat die Wahl des Entwicklers sowieso einen eher geringen Einfluss auf das Ergebnis. Gut, ich weiss nicht, wie sich das beim aktuellen MCP verhält.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Hallo,
      Leider kann man mit der Forum Software hier einen Beitrag nachträglich nicht mehr ändern. Für Selbstansetzer hier die Rezeptur von Kodak D-72:
      Wasser ention., 50° C, 750 ml; Metol 3,1 g; Natariumsulfit, sicc. 45 g; Hydrochinon 12 g; Natriumcarbonat sicc. 67,5 g; Kaliumbromid 1,9 g; Wasser auf 1000 ml.
      Verdünnung 1+1 (kräftiger Kontrast) bis 1+3 (mäßiger Kontrast), meistens wird er 1+2 verdünnt.
      Wenn m,an Leitungswasser nimmt, braucht man noch Foto-Calgon und Na4EDTA. Wie man aus dem hohen Hydrochinongehalt im Verhältnis zum Metol sieht, handelt es sich hier um einen eher hart arbeitenden Entwickler.
    • Hallo, Ralf;

      vielleicht etwas spät meine Antwort: Mein Bruder und vor allem ich haben teilweise viele Jahre Kodak Dektol zum Vergrößern überwiegend auf Agfa Record Rapid Papiere genommen.

      Dektol ist - im Unterschied zu Eukobrom - ein Pulverentwickler der als Pulver quasi unbegrenzt haltbar und auch als angesetztes Entwicklerbad sehr lange, ich würde sagen, überdurchschnittlich lang haltbar und sehr ergiebig ist. Mit Warmtonpapieren, wie Record Rapid oder heute Ilford Warmtone MG Baryt ergeben Entwicklungen in Dektol eher kühle oder marmorierte, aber keine warmen Nuancen, also wirklich nur sehr feine Nuancen.

      M.E. entwickelt N 113 auff gleichem Papier einen Hauch wärmer; Eukobrom oder Neutol NE liegen im Ton bei gleichem Papier etwa gleich.

      Die schönsten Vergrößerungen jabe ich persönlich mit Kodak Selectol auf Record Rapid oder Kentmere Kentona Baryt abgezogen, wobei ich sagen möchte, dass ich einen Hauch von "warm" auch sehr mag, ohne dass dieser Hauch grünlich wird.

      Dektol mag vielleicht "nichts besonderes" sein; es ist aber sehr ergiebig und hält als Ansatz sehr lang!


      Viel Spaß beim Vergrößern!!

      Jan-Peter

    • Verdünnung 1+1 (kräftiger Kontrast) bis 1+3 (mäßiger Kontrast), meistens wird er 1+2 verdünnt.


      Ich habe Dektol mal 1+1 angesetzt, aber fast keinen Unterschied in den Kontrasten zum 1+2 Verhältnis feststellen können. Vielleicht bilde ich mir auch nur einen winzigen Unterschied ein. Ist ja oft so, wenn man lange auf etwas guckt.

      Das 'fast' bedeutet, dass die 1+1 Vergrößerung _sehr minimal_ dunkler ist.

      Gruß Ralle