Trinkbarer Entwickler -- welche Zusammensetzung?

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    • Trinkbarer Entwickler -- welche Zusammensetzung?

      spur-photo.com/wie-umweltfreun…-art-entwickler-von-spur/ erwähnt den " altbekannten sogenannten „trinkbare Entwickler“ aus Soda, Natron, Vitamin C und Zitronensaft,"

      Kennt jemand die genaue Zusammensetzung? Der Entwickler muss lange vor Caffenol bekannt gewesen sein, ich habe aber die Mengen der Substanzen nirgendwo gefunden.

      Ist Soda hier Waschsoda?
      Welches Natron könnte es sein?
    • > Ist Soda hier Waschsoda?

      Waschsoda und Backsoda gibt's nur bei den Amis. Bei uns gibt's Soda und doppeltsohlenkauendes Nashorn.

      Soda=Natriumkarbonat (also der Bestandteil von Waschmitteln).
      Natron=Natriumhydrogenkarbonat (gegen Sodbrennen, hier kommt Soda wider vor).

      Beides zusammen ist ein Puffer.

      Vitamin C und Zitronesaft ist Unsinn. Eines reicht, entsprechend dosiert.

      Ascorbat ist dann das einzige Reduktionsmittel: stabile Entwickler haben ein Redoxsystem. Es wird aber schon irgendwie entwickeln,

      Trinken kann man das aber nicht. Soda ist zu stark alkalisch, und nur mit Natron kann man Ascorbat wohl nicht genügend aktivieren. Es ist ein rel. schwaches Reduktionsmittel,was eine stärkere Alkalität benötigt.
    • Danke, Uwe.
      "Waschsoda" ist auch hier ein Handelsname.
      Zitronensaft ist dann wahrscheinlich das, was sonst Kaffee oder Tee ist.
      Trinken würde ich das Gemisch auch nicht.

      Zwei Entwickler verstärken sich oft, habe ich gelesen.

      In Caffenol und Teenol ist regelmäßig Vitamin C.

      Aber so kann ich es ja mal probieren. Vielleicht auch Apfelsine statt Zitrone, die ist weniger sauer.
    • Das ist durchaus auch interessant, aber ich würde es nicht trinken.
      Ich versuche, ohne giftige Rohstoffe auszukommen, zumindest ohne stark giftige. (Es kommt ja auch immer auf die Menge an. Bei zu viel davon ist selbst Dihydrogen-Monoxid sehr giftig. Es gibt es unter anderem in zahlreichen Brunnen.)

      Zum Ernst zurück:
      Mein eigentliches Ziel ist ein Fixierentwickler aus Haushaltsstoffen.
      Dazu will ich Caffenol, aber auch andere Entwickler mit konzentrierter Kochsalzlösung testen. Das Entwickeln müsste dabei schneller gehen, als das Fixieren.

      Das ganze dann mit Folie überzogen und nach dem Belichten über den Film verteilt, müsste gehen. Einen Tag warten und das Sofortbild müsste fertig sein.

      Aber vorher kommt das Erproben.

      Ein anderes Ziel sind Entwickler aus Haushalltstoffen, die den Film tönen.
      (Manche Teenol-Sorten ergeben ein sattes Braun. W)as ergibt zum Beispiel RotBeetol?)

      Ich habe bisher nur einen Teil meiner Ideen verwirklicht, aber es war bisher immer interessant.
      Der Durchbruch war für mich Caffenol.
    • Solche Aussagen wie es würde ein "trinkbarer Entwickler" existieren finde ich verheerend!
      Jeder Entwickler ist ein Chemie-Cocktail der im Körper nichts zu suchen hat.

      Man muß mit akuten oder chronischen Folgen rechnen - egal wie "harmlos" sich die Zusammensetzung auch anhören mag.

      Leider gibt es immer Zeitgenossen, die so etwas glauben.

      Bitte etwas mehr Sachverstand im Umgang mit der Chemie!

      Herzliche Grüße
      Klaus
    • Pauschale Aussagen sind oft falsch. Es gibt in Caffenol absolut nichts Giftiges. Ich würde es wegen des "reizenden" pH-Wertes trotzdem nicht trinken, ist für die Umwelt aber mit absoluter Sicherheit völlig unbedenklich. Wobei man sich natürlich gerne an Paracelsulsus halten darf, nach dem die Dosis das Gift macht. Auch Zucker kann dich umbringen.

      Anders ist es beim Fixierer. Und da gibt es leider nicht einen einzigen, der nach der Anwendung noch unbedenklich ist. Auch der Salz-Fixierer nicht. Wer traut sich zu, die unbedenklichen (winzigen) Mengen im Abwasser zu berechnen? Denn auch der Salz-Fixierer soll ja die Emulsion von nicht benötigtem Silber befreien. Konventionelle Fixierer auf Thiosulfat-Basis sind vor der Anwendung auch nicht sehr giftig, Thiosulfat wird z.B. bei manchen Vergiftungen als Antidot eingesetzt. Unbedarft trinken darf man den aber auch nicht. Das große Problem aber ist immer das Silber im Fixierer nach Gebrauch, welches in winzigsten Mengen Mikroorganismen tötet. Das ist sehr schädlich für die biologische Selbstreinigung des Wassers, so auch in den überaus wichtigen biologischen Stufen der Kläranlagen. Trinken wollte ich das schon gar nicht. Der aus zweifelhaften Gründen berühmte "Blue Man" sollte abschreckendes Beispiel genug sein.

      Es wird also leider nichts mit dem "sauberen" Fixier-Entwickler. Gebrauchter Fixierer egal welcher Couleur gehört in die fachgerechte Entsorgung, Punkt. Da kann auch gleich ein wertvoller Rohstoff zurückgewonnen werden. Gebrauchsfertig verdünnte Entwickler-Lösung dagegen kann man fast immer "einfach" entsorgen, wenn auch nicht trinken.

      Es tut mir leid Bernd, aber Dein Vorhaben ist aus Sicht der Umweltverträglichkeit zum Scheitern verurteilt - wegen des immer problematischen Fixierers.


    • Klar ist, dass der Entwickler nicht trinkbar ist, wie er oben angegeben ist.
      Wie der Begriff zustande kommt, weiß ich nicht.
      Dass Salz auch Silber aufnimmt, ist auch klar.

      Jedoch enthalten die meisten Entwickler richtig giftige Stoffe. Und die sind zum einen doch gefährlicher und zum Anderen bekommt man sie nicht so leicht.

      Vielen Dank aber für die vielen Antworten.
      Ich entnehme daraus, dass der angegebene Entwickler relativ unbekannt ist, was ich schon vermutet abe, denn niemand kann Genaueres zur Zusammensetzung angeben.
    • Meiner Meinung nach kannst du Deinen Prozess schon sehr umweltfreundlich gestalten:
      Du musst nur alle silberionenhaltigen Abfälle strikt aufheben und nciht in die Kanalisation gelangen lassen.
      Aus den Abfällen mit Silberionen kannst du dann mit Eisenwolle oder Zinkgranulat die Silberionen abscheiden (am besten den Prozess zweimal wiederholen). Eine andere Möglichkeit ist, einen Kationentauscher aus einer Wasseraufbereitungskartusche (Britta o.ä.) zu nutzen. Da ist es aber schwer, herauszufinden wann der voll ist. Das Gute ist, du kannst ihn mit Kochsalzlösung regenerieren.
      Das abgeschiedene Silber ist vollkommen ungefährlich und kann im Hausmüll entsorgt werden. Giftig sind nur die gelösten Silberionen. Die Thiosulfatlösung ist auch ungiftig und kann auch über die Kanalisation entsorgt werden.
      Caffenol oder Entwickler wie Xtol auf Ascorbinsäurebasis können ohne Bedenken in den Ausguss entsorgt werden.
      Wird alles, bis auf Silberionen und giftige Substanzen wie Hydrochinon im Entwickler (Farbentwickler enhält auch so Einiges giftiges!) von den Bakterien im Klärwerk abgebaut!

      Wenn Du dir den ganzen Aufwand nicht machen willst - die örtlichen Entsorgungsbetriebe nehmen Fotochemikalien in Hobbymengen kostenfrei ab.
      Viele Grüße,
      Robert