Frage zu >Negativ-/Positiventwicklung

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    • Jan-Peter Raspe schrieb:

      Rodinal ist lediglich ein universeller Durchschnitts-Entwickler


      Gerade Rodinal würde ich nicht als universellen Durchschnittsentwickler bezeichnen. Das ziemlich grobe Korn kombiniert mit einer guten Schärfe, der sehr gut steuerbare Bildausdruck mittels verschiedenster Verdünnung,Temperatur und Kipprythmus verbunden mit einer extrem langen Haltbarkeit des Konzentrats, sind meiner Meinung nach Eigenschaften, die nicht gerade viele andere Entwickler bieten. Was verstehst du denn überhaupt unter einem "Durchschnitts-Entwickler"? Ich bin zwar auch absolut kein Anhänger von Rodinal, aber wenn Christian damit genau den Bildausdruck hinbekommt, den er möchte und mit diesem Entwickler gut klarkommt, wieso sollte er dann wechseln? Es gibt viele die auf Rodinal schwören! Klar, mal etwas neues ausprobieren ist natürlich auch nicht schlecht, aber wieso etwas Bewährtes aufgeben?

      Hallo Christian, wie du schon aus den oberen Absatz entnehmen kannst, empfehle ich dir bei Rodinal zu bleiben, wenn dir die Ergebnisse zusagen und das dürfte ja der Fall sein. Natürlich ist auch nichts dagegen einzuwenden auch mal was neues auszuprobieren, aber "zwanghaft" würde ich das jetzt nicht tun. Als Alternative zu D76/ID11 (beide Entwickler beinahe ident) kann ich dir übrigens auch noch Xtol empfehlen. Ähnliche Eigenschaften wie D 76, jedoch um einiges umweltfreundlicher und ebenso preiswert. Xtol wurde in den 90ern von Kodak als Nachfolger von D76 vorgestellt.

      Nun zu deiner ursprünglichen Frage. Eine weitere Möglichkeit, welche glaube ich noch nicht angesprochen wurde wäre, dass du anstatt ein Kontrastwandelpapier eines mit einer fixen Gradation verwendest. Bevor die Kontrastwandelpapiere erfunden wurden, gab es nur solche Papiere. Beispielsweise gibt es von Foma das Fomaspeed welches mit unterschiedlichen Gradationen angeboten wird. Dort könntest du die Gradation "hart" wählen, die so viel ich weiß etwa mit der Gradation 4 übereinstimmt.
    • Rodinal werd ich auch auf jeden Fall weiter benutzen. Werd erstmal mit D76 ein bisschen rumprobieren, vielleicht gefällt mir der ja auch.
      Papier mit fester Gradation hatte ich auch schon überlegt, aber da hab ich ja dann wenig bis keine Möglichkeit die Ergebnisse zu steuern, wenn mal ein Negativ aus dem Rahmen fällt. Deshalb ists glaub ich klüger erstmal weiter Papier mit variabler Gradation zu benutzen und mit dem Entwickler rumzuprobieren.
      [url]http://christian-thiele.tumblr.com/[/url]
    • Hallo, Thomas

      - und Grüße aus der Nähe Vorarlbergs nach Wien!

      Also:

      - a) Ich entwickle und vergrößere selbst seit über vierzig JAhren, darunter auh schon zu SChülertagen viele Aufnahmen auf 18x24cm - aber auch auf 30x40cm. - Wenn ich spätere Vergrößerungen, die beispielsweise mit einem Tri-X aufgenommen und in Rodinal entwickelt wurden mit solchen vergleiche, bei denen der Tri-X anstatt mit Rodinal in Microdol entwickelt wurden, sind die in Microdol deutlich schärfer und feinkörniger.

      - b) Diese Beobachtung gilt für sehr viele meiner Vergrößerungen. - Rodinal ist aus meiner Sicht ein phantastischer "Allrounder" mit einm großen bundle von vielen durchschnittlich guten Eigenschaften; aber eben kein Microdol, kein Acufine und kein Perceptol.


      - c) Uwe Pilz hat uns hingegen anhand eigener Tests und Test-Aufnahmen gezeigt, dass man mit Rodinal und relativ tiefer Entwicklungstemperatur auch mit Rodinal in Feinkorn-Entwickler-Eigenschaften hinein gelangt. - DAs war mit früher nicht bekannt; ich habe damals alle Filme bei 20°C in Rodinal entwickelt.


      - d) Es gab Ende der Siebziger / Anfang der Achtziger eine breit angelegten Test im Color-Foto, der meine BEobachtungen ganz wesentlich bestätigt hatte. - Seither sind mein BRuder und ich, sowie ein paar Freunde auch von Rodinal abgekommen und haben danach mit Acufin, Perceptol und Microdol allesamt deutlich bessere Vergrößerungen erzielt - dem damaligen Test von Color-Foto folgend.


      Nun bitte ich mich allerdings nicht so zu verstehen, dass ich Rodinal völlig in Abrede stellen möchte; freilich entwickelt Jeder hier nach eigenen Erfahrungen und Vorliegen;das ist gut - hier geht es zusätzlich aber auch um einfachen Erfahrunggsaustausch - und in diesem Kontext sehe ich Rodinal eher als Durchschnitts- und Universal-Entwickler.


      Viel Spaß beim Entwickeln, egal ob Rodinal oder Acufine oder Ethol - wichtig sind: Gute NEgative!


      Euer
      Jan-Peter
    • Jungs ! So fangen Kriege an ! Allerdings ist das ein recht interessanter Kriegsbeginn.
      Also Microdol hab ich ja bereits mal benutzt, das gefiel mir von der Feinkörnigkeit und den Grauwerten her (vor allem weil das Motiv ein hochglanzpolierter Pontiac war) sehr gut, allerdings mangelte es an Schärfe. Ich hab allerdings die Dose Microdol auf dem Flohmarkt erstanden, das Zeug muss um die 30-40 Jahre alt gewesen sein. Hat das irgendwas zu bedeuten? Dachte bei Pulver wärs ziemlich egal.
      Ich werd jetzt erstmal mit D-76 rumprobieren. Und nur noch mal, damit ichs auch verstehe: Mein Ziel ist es jetzt, die Negative so zu entwickeln, dass ich bei Gradation 2 (in meinem Fall bei einem Abzug ohne zusätzliche Filter) auskommen und mir Tonwerte und Kontrast gefallen, richtig? Vom Gefühl her würd ich sagen, dass ich etwas länger entwickeln müsste, als landläufig zu lesen ist.
      Wenn die Annahme stimmt, werd ich einfach mal rumprobieren.
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    • Hi, Tim;

      die These mit der "Rodinal-Kalt-Entwicklung" stammt nach ausführlichen und detailliert beschriebenen Tests von Uwe Pilz. - Ihr würde ich vergleichsweise durchaus folgen. Für genauere Angaben kann ich selbst allerdings keine eigenen Ergebnisse vorlegen, weil ich das nur in zwei oder drei Entwicklungsvorgängen benutzt habe, die nicht aussagefähig genug sind. Ich meine mit Uwe Pilz auch, dass die "Kalt-Entwicklungen" mit Rodinal zu weniger körnigen NEgativen führen.

      Schließlich bin ich ja derjenige, der mit zehn Kilogramm Microdol im Keller noch einige Jahre mit Microdol entwickeln - und parallel nach Testergebnissen - mit dem Wehner-Entwickler weiter-entwickeln werde.


      Jeder entwickle, wie er gewohnt ist: Wichtig ist, es macht Jedem Spaß!!

      Jan-Peter
    • Hallo Jan-Peter,
      die Entwicklung in kaltem Rodinal ist bekannt und getestet.
      Du kannst davon aber nicht erwarten, dass die Ergebnisse wie bei einem Feinkornentwickler werden. Rodinal bleibt Rodinal, egal bei welcher Temperatur. Wie bei einem Feinkornentwickler werden die Negative nicht. Es ist auch sehr gut moeglich, dass du -je nach Film- gar keinen Unterschied ausmachen kannst. Du wirst jedenfalls nicht die gleichen feinen Ergebnisse bekommen wie bei einem ausgewiesenen Feinkornentwickler wie z.B. HRX.

      Wenn ich solche Dinge in Buechern oder im WWW lese, dann teste ich immer selber.

      PS: Ich kann mich nicht erinnern, dass Uwe von Feinkorn-Entwickler-Eigenschaften schrieb.
    • Ich kam endlich mal dazu von den Negativen Abzüge zu machen. Also: Ich hab den RPX 100 25 % länger in D-76 1:1 entwickelt, als angegeben. Die Abzüge boten ohne Filter, also auf Gradation 2, einen sehr guten Kontrast. Ich denke, dass ich diese Zeiten beibehalten kann. Werde das gleiche jetzt noch für die anderen Filme testen. Vielen Dank !
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