Nassscannen mit dem Epson V 700/750 800/850

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    • Nassscannen mit dem Epson V 700/750 800/850

      Nass-Scanhalter basteln:

      Man besorgt sich eine Glasscheibe, nicht zu dick. Ich habe mir paar Glasscheiben aus Feuermelderglas zurecht schneiden lassen. Online bei einer Glaserei bestellt.

      Für den V700/800 muss man die Höhe über dem Scanglas ermitteln. Bei meinem liegt die bei 3,2 mm.

      Ich habe mir dazu Füsschen (Distanzhalter) gebastelt: 200 gr Fotokarton (etwa die Stärke einer Spielkarte) in 5 x 5 mm Quadrate geschnitten und mit Prittstift zu Türmchen geklebt.

      Ich habe erstmal einen Stapel geklebt, der bischen weniger als 7 mm hoch ist und aus 14 Plättchen besteht. Diesen unter die eine Seite der Glasscheibe geklebt. Auf die Glasscheibe (eigentlich unter) habe ich mit Kami-Tape und Scannerfluid einen 4er Streifen ziemlich grobkörnigen KB SW Film Schicht nach unten montiert. So habe ich eine schiefe Ebene erhalten und diese gescannt. Der Film "klebt" so unter der Glascheibe, schicht nach unten.

      Im Scan erkennt man nach dem Scharfzeichnen ziemlich genau am Korn wo die Schärfeebene liegt. Bei mir ziemlich genau in der Mitte (gelb markiert), was kein Zufall ist, weil ich den Teststapel auf etwas mehr als 6 mm Höhe und exakt 14 Plättchen geklebt habe, ich wusste ja das die Schärfeebene bei ca 3,2 mm liegt.

      Punkt eins ist der Stapel, Punkt zwei die Kante der Scheibe die auf der Scannerscheibe aufliegt.
      Die gelbe Linie die Ebene mit der höchsten Schärfe.
      Jetzt kann ich vier Füsschen an die Unterseite der Glasplatte kleben mit je sieben Plättchen und habe einen ziemlich perfekten Abstand zum Glas des Scanners.

      das Ganze stelle ich dann mit den Füssen nach unten auf den Scanner richtet alles schön aus ... und scannt.
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    • Nass scannen: Die Scheibe gut reinigen und Staub wegwischen. Das Scannerfluid ist auch ein guter Glasreiniger. Ich nehme dazu Kokett Kosmetiktücher. Die fusseln nicht und sind eine gute Unterlage für die Glasplatte.

      Dann den Film mit dem Träger zur Scheibe montieren.
      Eine Seite mit Klebestreifen fixieren. Bei dieser Art Scanhalter ist es völlig wurscht, ob der Film gerade (paralell zum Glas) montiert ist, weil man diesen frei auf dem Scanner positionieren kann)
      Dann paar Tropfen Scannerfluid auf die Glasplatte und Film draufklappen.
      Blasen rauswischen. Als Wischer nehme ich ein mit Scannerfluid befeuchtetes Kokett Kosmetiktuch, daß ich mir zu einem Tampon gefaltet habe. Dann andere Seite mit Klebeband fixieren.
      Jetzt zieht der Film meistens von rechts und links wieder Luft. Mit einer Spritze nochmal den Rand mit Scannerfluid benetzen und dritte Seite zukleben. Blasen zur letzten offenen Seite rauswischen. Dann wieder Rand benetzen und mit dem Spezialtape verschliessen. Mit viel Glück klebt das Dia jetzt blasenfrei mit dem Rücken völlig plan und satt an der Scheibe.
      Bei einem Dia sieht man jetzt schön wie sich das Motiv reliefartig abhebt.
      Es ist ein tierisches Gefummel und ich empfehle sehr, das erstmal mit einem entbehrlichen Negativ oder Dia zu üben. Ein plan liegendes Negativ/Dia lässt sich leichter montieren, als ein gewölbtes.


      Ergebniss: Mal wieder die kleine Kapelle: Im Vergleich ein Scan mit 3200 DPI vom Hasselblad Xtight gegen den Epson V 700. Vorlage: Mittelformat Dia 6x7 cm Fuji Profia F 100.

      Den Scan vom Hasselblad habe ich anfertigen lassen. Hier die Version die bereits 150% geschärft wurde.

      Der Scan vom V 700 wurde mit 6400 DPI gescannt, dann 300 % USM mit 1,2 Pix Radius geschärft, dann auf 3200 runtergerchnet und nochmal mit 120 % und 0,7 Pix Radius geschärft.

      Das die Scans etwas farblich voneinander abweichen, soll hier nicht stören. Das könnte man absolut anpassen. Das Motiv ist zwar recht schwierig vom hell und dunkel, stellt an beide Scanner keine große Herausforderung.
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    • Natürlich ist der Hasselblad einen Deut schärfer, er soll ja auch die absolute Referenz sein... aber der Epson kommt da verdammt nah dran.
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    • also wer jetzt noch sagt, mit dem V 700 kann man nicht ernsthaft arbeiten ... dem kann ich auch nicht helfen.

      Natürlich sind beide Scans, sowohl der des Hasselblads wie auch der des Epson optimal bearbeitet und geschärft. Die Rohscans unterscheiden sich deutlicher. Aber ich will wissen wie die Pizza NACH dem backen schmeckt. Rohscans zu vergleichen ist, finde ich, wie ungebackene Pizza zu vergleichen.

      Grüße

      Micha
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    • Interessanter Vergleich. Dass im Epson 750 noch einiges steckt, habe ich selber sehen dürfen, als ich auch nass gescannt habe. Das Ergebnis war einfach toll, genauso wie ich es haben wollte und mir immer gewünscht hatte, das hätte ich nie gedacht. So wars beim ersten Mal, da hatte ich wohl Glück. Beim zweiten Mal hatte ich plötzlich mit Luftblasen zu kämpfen, der Film wölbte sich unter dem Öl, da konnte ich zuschauen wie sich der bewegte. Da war nichts mehr mit festsaugen und Planlage, das war ernüchternd, ich habs noch nicht in den Griff bekommen.

      Gruß
      Karlheinz
    • Danke für die Anleitung! Ich hatte auch einmal gegen den Flextight verglichen und meine Ergebnisse waren wie deine. Der alte Epson 4990 hat übrigens scheinbar die selbe Qualität / Leistung ist aber gebraucht viel günstiger.
      Wichtig bezüglich der Bildbearbeitung beim Epson: Mit Silverfast mit linearer Kurve scannen, Gamma auf 1 (nicht 2.2) und jegliche Filter aus (Nachschärfen später in z. B. Photoshop). So umgeht man nämlich das Problem mit den "geschwollenen" Kanten, die bei Scans mit hoher DPI entstehen. Das sieht dann aus, als hätte man einen "Ölmalerei-Filter" drüber gelegt.
    • Angeregt durch deine Tests mit der schiefen Ebene hab ich das auch mal mit meinem Epson 4490 probiert. Der Negativstreifen war etwas lang und lag (Gottseidank) noch ein paar Zentimeter direkt auf dem Glas.

      Alles was mehr als 1 Millimeter weit weg vom Scannerglas war wurde komplett unscharf. Ein Test mit einem direkt auf das Glas gelegte Negativ brachte nie gesehene Qualitäten aus diesem doch sehr preiswerten Gerät. ich habe mal zwei Bilder angehängt, einmal das ganze Bild und einmal einen 100% Crop.

      Ausgefleckt ist nichts, Rohscan (4800dpi) wurde mit 2,5 Pixeln Radius und 150% geschärft, auf 2400dpi runter gerechnet und dann noch einmal mit 0,5 Pixeln Radius und 300% nachgeschärft.

      Ich bin echt baff was da auf einmal heraus kommt.
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      • Ganzes Bild.jpg

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      • Crop.jpg

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      --
      Volker

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      Time.com
    • Danke für die ausführliche Anleitung und die Tipps. Wenn ich jetzt nicht Filmscanner-technisch versorgt wäre, würde ich es vielleicht auch mal so nachmachen. Bisher war mir das Nass-Scannen zu "aufwendig" und die Nachbearbeitung und das Runterskalieren hat mich generell genervt. Jetzt bin ich ganz glücklich, dass ich eine Lösung habe, die für mich funktioniert und weniger Arbeit macht. Deine Ergebnisse sprechen aber für sich und könnten Inspiration für alle sein, die kein Filmscanner-Schnäppchen machen konnten.
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      Die Ergebnisse mit Tetenal Graphic Arts Filmreiniger als Scanflüssigkeit ist vergleichbar mit Scanröl und hat den Vorteil dass es Rückstandslos verdampft und man nach den Scannen die Filme nicht mit den Filmreiniger säubern muss. Erst ab 400% ist es sinnvoll Nass zu scannen. Neben der Plan Lage des Films erspart man sich viel Ausflecke Arbeit da sich die Flüssigkeit in die Kratzer legt und man sie am Scan nicht mehr sieht.

      Den Negativstreifen in ein Bad von Filmreiniger auf das Scannerglas legen Filmreiniger auf das Negativ schütten und nicht mit der Flüssigkeit sparen. Ein A4 Blatt Folie drauf und mit einen Rollenquetsche andrücken bis keine Luftblasen mehr zu sehen sind. Mit einen Papierhandtuch die es zum nachfüllen auf jedem öffentlichen WC gibt die restliche Flüssigkeit aufsaugen. Ich klebe die Folie nicht an und durch die vielgrößere Fläche der Folie zum Negativ bleiben Luftblasen weg vom Film. Die Folie pappt so am Glas an das man Fingernägel braucht um sie wieder ab zu bekommen. Nach dem Abheben ist in 10 Sek. der Filmreiniger restlos vom Film und dem Glas verdampft und man kann den Film wieder in die Hülle geben. Man sollt das bei gut gelüfteten Raum machen der Reinigerdampf ist nicht gesund.

      LG
      Adi
    • Hallo, Michael;

      nachdem ich selbst nur rudimentär scanne, eine kleine Verständnisfrage:

      Dein NAss-Scannen unternimmst Du nur deshalb, um

      - a) bessere Ergebnisse als mit den Kunststoff-Filmhaltern möglich ist, zu erhalten - oder
      - b) weil Du dann, wie beim Scannen von Papier-Vorlagen, eine größere SCan-Fläche zur Verfügung hast?

      Das habe ich als schlechter "Scanner" nicht verstsnden? - An dieser Stelle könnt Ihr getrost lachen! - Aber ich scanne hier eigentlich fast nur fürs Forum ab und zu; und da reichen mir mittelmäßige scans aus.


      Jan-Peter