Auf der Suche nach dem "neuen Neopan 400" – Teil 1 Wie es dazu kam

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Auf der Suche nach dem "neuen Neopan 400" – Teil 1 Wie es dazu kam

      Natürlich gibt es keinen neuen Neopan 400. Neopan 400 wird nicht mehr vertrieben, was die Annahme zulässt, dass er nicht mehr hergestellt wird, und meine Reserven sind fast aufgebraucht. Also bleiben mir zwei Möglichkeiten, entweder ich verzichte auf diesen Film, oder ich finde einen Ersatz. Und darum soll es in diesen Texten gehen, um mein Bestreben einen adäquaten Ersatz für mich zu finden.
      Zunächst aber wie es dazu gekommen ist. In meinem Jahr 1979 bis 1980 in den USA habe ich die Schwarzweißphotographie für mich wieder entdeckt. Über Ansel Adams und das 4x5 inch Format. Ich kaufte mir eine Japanische Holzkamera mit goldenen Beschlägen und rotem Lederbalgen mit einem 150mm Fuji Objektiv. Zurück in Deutschland musste dann auch eine Dunkelkammer her sogar mi Vergrößerungsgerät. Nach der 4x5 inch Kamera folgte noch eine alte Kodak Balgen Kamera im 6x6 cm Format, eine Yashica 124 und später noch eine Mamiya 645. Und das war es auch im Wesentlichen was Schwarzweiß anging. Ich war nie ein besonderer Laborant. Ich wählte Kodak Filme und Chemikalien im Positiv-Prozess da diese sehr gut dokumentiert waren – Tri-X für 400ASA (oder besser 320ASA) und Plus-X für 125ASA. HC-110 Dil B (1:31 Verdünnung) diente mir als Einmalentwickler. Die Schwärzungskurven der Negative ließen einfache Vergrößerungen zu solange man die Schatten ausreichend belichtete. Und das Korn war bei den Vergrößerungen, die ich von 6x6, bzw 6x4.5, oder 4x5inch, eigentlich kein Thema. Kleinbild war bei mir im Wesentlichen ein Dia/Farbfilm Format, und die schickte ich ins Labor.
      Irgendwann probierte ich auch T-Max aus, aber die Negative, die ich erhielt konnte ich nicht gut weiterverarbeiten, und da ich mit den Filmen und den Formaten, die ich nutzte, gut zurecht kam, sah ich keinen Grund hier viel 'reinzustecken.
      Irgendwie plätschert alle so vor sich hin, ich photographierte immer weniger, bis ich dann Anfang 2004 wieder entschied, mich intensiver der Photographie zu widmen. Ich hatte inzwischen auf XTOL umgestellt ohne viel ändern zu müssen. Ende 2004 entschloss ich, zunächst bei der analogen Photographie zu bleiben – auch weil ich ja eine komplette Ausrüstung hatte. Im laufe des Jahres leistetet ich mir ein Zeiss Planar für meine Kleinbild SLR und ich probierte den Fuji Neopan Across und den Neopan 400 aus und – mit mehr Glück als Verstand – mein Prozess stimmte auf Anhieb und ich bekam Negative, die ich sehr gut scannen konnte. Besser als ich es beim Kleinbild angenommen hatte. Für Kleinbild wurden diese Filme meine Standard Filme. Im Mittelformat und größer blieb ich beim Tri-X und ersetzte lediglich den Plus-X als dieser von Kodak eingestellt wurde, was ich sehr bedauerte. Als dann der Neopan 400 eingestellt wurde, habe ich mich noch mit etlichen Filmen eingedeckt, nur leider gehen diese zur Neige.
      Was sind die Möglichkeiten? Auf einen 400 ISO Film in KB zu verzichten? Tri-X? Ilford HP5? Ich sehe keinen nennenswerten Vorteil des HP5 gegenüber dem TRI-X. Als habe ich entschlossen, dem T-Max 400 eine Chance zu geben. Was ich vorhabe und wie ich das machen will, in den nächsten Folgen.
      Photographieren ist auf Film, alles andere ist blos digital
    • Zunächst mal vorneweg: Das lässt nicht nur die Annahme zu usw. usf., sondern der Neopan 400 wird definitiv nicht mehr hergestellt, Punkt.

      Was sind die Möglichkeiten? Auf einen 400 ISO Film in KB zu verzichten? Tri-X? Ilford HP5? Ich sehe keinen nennenswerten Vorteil des HP5 gegenüber dem TRI-X. Als habe ich entschlossen, dem T-Max 400 eine Chance zu geben. Was ich vorhabe und wie ich das machen will, in den nächsten Folgen.


      Ich kann deine Argumentation bzw. deinen Gedankengang nicht ganz nachvollziehen. Wieso kommst du überhaupt auf den Gedanken, auf ISO 400 in KB verzichten zu müssen? Es gibt doch eine Riesenauswahl von 400er Filmen in KB (RPX400, APX400, Kentmere 400, Ilfopan 400, Rollei 400S, HP5+, Delta 400, Trix, Tmax400 und weiß der Geier noch was). Und dann: Wieso erwartest du denn einen "Vorteil" vom HP5+ (oder irgendeinem anderen Film) ggü. dem Tri-X? Ich denke, du willst den Neopan 400 ersetzen, nicht den Tri-X? Und was genau soll das für ein Vorteil sein (weniger Korn, bessere Pushbarkeit, niedrigerer Preis ...)? Und jetzt willst du ausgerechnet den Tmax 400 testen, obwohl du weiter oben geschrieben hast, dass du mit den Tmax-Filmen nicht klarkommst? Äh ...

      Sieh es doch mal so: Wenn ich dich richtig verstehe, suchst du einen Ersatz für den Neopan 400, der in seinen Eigenschaften möglichst nahe am "Original" ist. Zumindest schreibst du "Auf der Suche nach dem neuen Neopan 400". So weit so gut. Wieso probierst du nicht als erstes Mal den Tri-X aus, den du auch vom MF schon kennst und für den du also Anhaltspunkte für Entwicklung usw. besitzt? Die wenigen Male, wo ich den Neopan 400 verwendet habe (meist aus Verlegenheit/Ersatz für Tri-X, wenn ich in Japan unterwegs war), kam er mir sehr ähnlich vor wie der Tri-X. Jedenfalls deutlich ähnlicher als der HP5+ oder Tmax 400 dem Tri-X ist. Vielleicht täusche ich mich aber auch oder die Erinnerung spielt mir einen Streich, ist schon eine Weile her. Aber da du den Tri-X ja schon kennst, würde ich es erst mal nicht unnötig kompliziert machen. Außer natürlich, du gehörst zu der Fraktion, der es Spaß macht, neues Filmmaterial einzutesten (ich eher nicht ...).
    • Entschuldigung, dass ich es vielleicht zu knapp geschrieben habe. Ich benutze den Tri-X auch für KB. Ich habe eine "street photography" Pentax MX mit einer Handschlaufe und dem 40mm Pancake Objektiv die fast immer mit einem Tri-X geladen ist (manchmal noch mit einem Rest-PX - es ist doch überaschend wie gut der sich gehalten hat)

      Was die anderen Filme angeht: die chromogenen Filme wi z.B. Delta 400 fallen schon mal weg, da ich selber entwickeln will. Ich habe den Delta schon mal eingesetzt als ich eine zeitkritische Sache zu erledigen hatte und ich keine Zeit hatte selber u entwickeln.

      Zum Neopam 400: (Meine ganz subjektive Einschätzung) der Neopan 400 verband das feine Korn der T-Kristalle mit einem Grauwertverlauf, der meinen Wünschen und meinem Prozess entgegen kam. Der Tri-X hat einen wunderbaren Grauwertverlauf aber leider auch ein recht sichtbares Korn. Was bei einigen Bildern durchaus reizvoll ist.

      Ich hoffe ich habe alle Klarheiten beseitigt ;)
      Photographieren ist auf Film, alles andere ist blos digital
    • Andreas Stuebs schrieb:

      Was die anderen Filme angeht: die chromogenen Filme wi z.B. Delta 400 fallen schon mal weg, da ich selber entwickeln will. Ich habe den Delta schon mal eingesetzt als ich eine zeitkritische Sache zu erledigen hatte und ich keine Zeit hatte selber u entwickeln.


      Der Delta400 ist kein chromogener Film, sondern ein Flachkristall-SW-Film, den man ganz normal in gängigen SW-Entwicklern entwickelt. Bei Kodak heißen die flachen Kristalle T-Kristall und bei Ilford Delta-Kristalle. Der XP2 ist der chromogene SW-Film von Ilford.

      Andreas Stuebs schrieb:

      Zum Neopam 400: (Meine ganz subjektive Einschätzung) der Neopan 400 verband das feine Korn der T-Kristalle mit einem Grauwertverlauf, der meinen Wünschen und meinem Prozess entgegen kam.


      Der Neopan400 war ein wirklich feinkörniger klassischer SW-Film und kein Flachkristaller. Deshalb hat er den schönen Grauverlauf, den dir kein Flachkristaller bieten kann.

      Mein Standard 400er nach dem Neopan ist der RPX400 geworden. Er bietet feines Korn, schöne Grauverläufe und einen günstigen Preis. Leider sind die Negative flauer und nicht so knackig wie beim Neopan. Ich entwickle ihn etwas länger als empfohlen, so dass das Gamma der Negative für mich wieder passt.
    • Andreas Stuebs schrieb:

      Entschuldigung, dass ich es vielleicht zu knapp geschrieben habe. Ich benutze den Tri-X auch für KB. Ich habe eine "street photography" Pentax MX mit einer Handschlaufe und dem 40mm Pancake Objektiv die fast immer mit einem Tri-X geladen ist (manchmal noch mit einem Rest-PX - es ist doch überaschend wie gut der sich gehalten hat)

      Was die anderen Filme angeht: die chromogenen Filme wi z.B. Delta 400 fallen schon mal weg, da ich selber entwickeln will. Ich habe den Delta schon mal eingesetzt als ich eine zeitkritische Sache zu erledigen hatte und ich keine Zeit hatte selber u entwickeln.

      Zum Neopam 400: (Meine ganz subjektive Einschätzung) der Neopan 400 verband das feine Korn der T-Kristalle mit einem Grauwertverlauf, der meinen Wünschen und meinem Prozess entgegen kam. Der Tri-X hat einen wunderbaren Grauwertverlauf aber leider auch ein recht sichtbares Korn. Was bei einigen Bildern durchaus reizvoll ist.

      Ich hoffe ich habe alle Klarheiten beseitigt ;)


      Mit HC-110 verwendest du halt einen Entwickler, der nicht sehr feinkörnig arbeitet, das macht sich bei KB natürlich bemerkbar. Ich verarbeite den Tri-X in Xtol und empfinde ihn seit seiner letzten Überarbeitung vor einigen Jahren als recht feinkörnig, fast schon zu glatt für einen klassischen 400er, jedenfalls deutlich feinkörniger als HP5+. Vielleicht solltest du mal einen moderneren Entwickler mit dem Tri-X probieren?
    • Teil 2: Versuchsaufbau

      Vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich habe die Erwähnung des Rollei RPX400 als Empfehlung aufgenommen und werde meine Versuche um diesen Film erweitern. Ich habe bereits 3 35mm und 3 120er Filme bestellt, die auf der Post auf mich warten.
      Ich habe vor, beide Probanden (nochmal zur Klarstellung – Kodak TMY 400 (T-MAX 400) und Rollei RPX 400) bei unterschiedlichen Situationen jeweils pro Film 3 mal belichten – wie gemessen, 1 EV unterbelichtet und 1 EV überbelichtet.
      Mittelformat – ich habe für meine Mamiya 645 3 Filmrückteile (Backs) die ich jeweils mit dem gleichen Film lade. Nachdem ich auf dem ersten Film 3 Belichtungen gemacht habe, wiederhole ich dies für den zweiten und dritten Film.
      Kleinbild: Ich habe vier funktionierend Pentax MX, von denen ich drei jeweils mit dem gleichen Film lade. Durchführung wie bei Mittelformat, nur das ich dann auch das Objektiv wechseln muss.
      Das gleiche wiederhole ich für den anderen Film.
      Die Filme werden dann in XTOL 1+1 entwickelt und zwar 1 Film mit der Sollzeit, der zweite Faktor 1,19 verlängert, der dritte Faktor 1,41 verlängert. (1,41 ist die Wurzel aus 2, 1,19 ist die Wurzel aus 1,41)
      Ich entwickle in Jobo Entwicklunsdosen, 30 Sekunden Agitation und dann alle 30 Sekunden 3 Sekunden Agitation)
      Die ausfixierten, gewässerten und getrockneten Filme werden gescannt und dann beurteile ich ganz subjektiv mit welchem Film und welchen Prozessparametern ich am besten klarkomme.
      Photographieren ist auf Film, alles andere ist blos digital