Frage zu XTOL und Agitation

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    • Frage zu XTOL und Agitation

      Vorneweg, ich bin kein Laborant. Ich lese mit Vergnügen und Erstaunen, wie Andere unterschiedliche Entwickler austesten mit verschiedenen Filmen, wie sie unterschiedliche Agitations-Modi diskutieren etc. Ich habe mich seit einigen Jahren auf XTOL eingestellt, zunächst mit Stammlösung und Regenerierung laut KODAK Dokumentation und dann später auf 1:1 Verdünnung und Einmalentwicklung.

      Seit einigen Tagen lese ich ein wenig mehr in den entsprechenden Entwicklungsforen auf verschiedenen Gruppen und da lese ich, dass man mit der Agitation die Schattenzeichnung beeinflussen kann. Mein Standard für 135er und 120er Film ist die ersten 30 Sekunden Invertieren und dann alle 30 Sekunden 3 Sekunden (2mal) invertieren.

      Nur bei 5x4 inch geht das nicht. Ich benutze einen Jobo 2500 Tank und mache Rotationsentwicklung, auch weil ich sonst Unmengen von Entwickler bräuchte. Ich verwende eine Rollerbase und ändere die Rotationsrichtung händisch um Schlieren wegen zu gleichmäßiger Bewegung zu vermeiden (war ein echtes Problem :( )

      Jetzt zur Frage: wenn es stimmt, dass durch mehr Agitation man Schattenzeichnung verliert, wie kann man gegensteuern? Ich möchte werde es mal mit ½ bis 1 Blende mehr Belichtung probieren. Ach ja: im Grossformat benutze ich Acros 100 und Tri-X 320. Was meint Ihr?
      Photographieren ist auf Film, alles andere ist blos digital
    • Hallo Andreas,
      ich bin auch kein Laborant, aber nach allem, was ich bislang zu verschiedenen Entwicklern über die Agitation gehört habe gilt folgendes: die Agitation beeinflusst vornehmlich die Lichterzeichnung - je höher die Agitation und damit der Zufluss frischen Entwicklers in der Lichtern, desto stärker werden diese entwickelt. Dies ist so, weil in den Lichern der Entwickler am stärksten verbraucht wird. In den Schattenpartien ist hingegen recht wenig Silber zu reduzieren, daher spielt die Agitation hier eine untergeordnete Rolle. Allerdings reagieren unterschiedliche Entwickler auch unterschiedliche auf verschiedene Agitation. Bei XTOL fehlt mir ehrlich gesagt die Erfahrung, ich verwende in letzter Zeit nur Atomal und Moersch Finol.

      Es kann jedoch sein, dass sich eine erhöhte Agitation subjektiv auf die Schattenzeichnung auswirkt - nämlich so: die Lichterdichte und ggf. der Kontrast nehmen mit erhöhter Agitation zu. Wenn man das z. B. im Scan ausgleicht, kann es sein, dass die Schatten weniger differenziert erscheinen - es ergibt sich also scheinbar eine geringere Schattenzeichnung, obwohl die Schatten in Wirklichkeit ausreichend Zeichnung aufweisen.
    • Hallo,
      die alte Regel lautet "Belichte auf die Schatten, entwickle auf die Lichter". Das heißt, durch eine etwas reichlichere Belichtung gewinnen die Schatten an Zeichnung und durch eine etwas verkürzte Entwicklung werden die Lichter nicht zu dicht. Damit verliert man natürlich etwas an ausnutzbarer Empfindlichkeit.
      Eine weitere gute Möglichkeit, zu gut durchgezeichneten Schatten ohne zu dichten Lichtern zu kommen, ist die 2-Bad Entwicklung. Hier hat man meistens keinen Empfindlichkeitsverlust, manchmal sogar eine etwas höhere ausnutzbare Empfindlichkeit. Die 2-Bad Entwicklung verhindert durch ihren Wirkungsmechanismus insbesondere, daß die Lichter zu stark geschwärzt werden. Sie erzeugt nicht, wie manchmal angenommen wird, eine sehr flache Gradation, sondern "deckelt" die Lichterschwärzung, während die Entwicklung in den Schatten noch weiter fortschreitet.
      Gruß Jochen