Nikon + Kodak Ektar: ED oder nicht ED

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    • Nikon + Kodak Ektar: ED oder nicht ED

      Hallo zusammen,

      ich war lange nur sporadisch lesend hier unterwegs und habe eine längere Analogfotografiepause hinter mir. Beruflich wie privat sehr stark eingespannt habe ich in den letzten Monaten nur digitale Zweckbilder zu Dokuzwecken und für Handwerksfirmen gemacht. Jetzt packt mich große Lust, wieder aktiv und planvoll zu fotografieren. Ich habe in der Zwischenzeit ein paar ältere Objektive verkauft und möchte mir gerne etwas passenderes zulegen. Mit der F4 und der F5 möchte ich neben s/w vor allem auch Kodak Ektar 100 belichten und würde gerne wissen: hat hier jemand Erfahrungen oder evtl. gar einen direkten Vergleich mit bzw. zwischen den älteren AF-D Nikkoren und den neueren VR ED? Letztere gibt es ja vor allem als Zoom, Festbrennweiten wären mir lieber. Letztlich soll aber die Qualität entscheiden, dazu gehört ja durchaus auch das verbesserte frei-Hand-Fotografieren. Mein Brennweitenbereich liegt überwiegend zwischen 24 und 50mm. Entweder 24, 35, 50mm, oder 24 - 70mm wäre wohl für mich passend.

      Vielen Dank schon mal.
    • Danke für die Rückmeldung. Wie ist das 28 - 70 im Vergleich zu Festbrennweiten? Zooms haben ja nach wie vor i.d.R. mehr Verzeichnung und andere optische Schwächen besonders im untersten und obersten Brennweitenbereich (wenn man Seiten wie kenrockwell und traumflieger glauben darf).
      Bequemlichkeit muss keine Rolle spielen, Qualität geht vor. Zumal das 28 - 70 ja ein ziemlicher Klotz sein soll.
    • Der Artikel ist ja schon lange bekannt und schon sehr esoterisch!
      Ich denke das Licht mehr für 3D Look verantwortlich ist wie jede Linse, wobei ich ja mit dem Universal Heiliar so ein 3D Teil habe! Klar gibt es Nuancen auch bei den Objektiven aber verglichen mit dem Licht ist es mindestens 95% machen das Licht und ca. 5% das Objektiv wenn es um 3D look geht!

      Oder anders gesagt: Der Amateur spricht über Technik und Kameras, der Profi über Objektive und der grosse Meister über das Licht!!
    • Natürlich sind die AF-S (G) Nikkore ausnahmslos "besser" als ihre Vorgänger AF-D oder ohne D. Alles andere wäre auch ein Armutszeugnis für Nikkor. "Besser" heisst v.a. schärfer (bis in die Ecken) und weniger Farbsäume bei digitaler Verwendung. Für Digi sind sie ja auch konzipiert. Das heisst aber auch, dass sie teilweise mehr Verzeichnung und mehr Vignettierung zeigen als ihre Vorläufer aus Filmzeiten. Das sind halt zwei Abbildungsfehler, die sich sehr leicht beheben lassen in der Bildbearbeitung und teilweise gibt die Kamera schon korrigierte Dateien aus. Auf den Negas lassen sich Vignettierung und Verzeichnung nicht so ohne weiteres beheben. Das ist auch ein Grund, wieso ich dir vom oben erwähnten 24-70 Zoom abraten würde für Film. Schärfe ist bei Film nicht so das Problem. Das ist weniger kritisch als bei Digi.

      An konkreten Beispielen (Festbrennweiten):
      35/2 AF-D versus 35/1.8 AF-S ED: Ich würde dir zur alten Version raten für Film. Die neue Version ist zwar deutlich schärfer. V.a. in den Ecken. Aber insgesamt gefällt mir der "Look" der alten Version besser.
      28/2.8 AF-D versus 28/1.8 AF-S: Unbedingt das 1.8er! Das alte 28/2.8 ist auch auf Film nicht so toll.
      50/1.4 AF-D versus 50/1.4 AF-S: Die alte Version reicht vollends aus. Das neue Objektiv ist etwas schärfer (Ecken!), aber hat dafür etwas zuviel Verzeichnung. Der AF ist übrigens ziemlich lahm bei der neuen Version. Mir scheint er bei der alten Version flotter zu sein. Jedenfalls an der F5 oder F6.
      85/1.4AF-D versus 85/1.4 AF-S: Ich mag die neue Variante wesentlich lieber. Ist übrigens ein Objektiv ohne Firlefanz (ED, Asph. etc). Eine ganz klassische Konstruktion. Das Bokeh ist traumhaft und die Farbwiedergabe deutlich auf Porträts optimiert. Das alte 85er ist bei Offenblende etwas unterkorrigiert in Bezug sphärische Aberrationen. Das gibt in manchen Bildern einen angenehmen Look, passt aber nicht immer.

      Das sind die Objektive, von denen ich beide Versionen sowohl auf Film als auch auf Digi verwendet habe. Ausserdem habe ich noch das 58/1.4 AF-S auf Film und Digi verwendet, aber mit dem alten 58/1.2 kann ich es nicht vergleichen. Von den zur Zeit für Nikon erhältlichen Festbrennweiten mit Autofokus (also ohne Otus und Milvus etc) ist das 58/1.4 AF-S mein (brennweitenunabhängiger) Favorit. Nicht das allerschärfste, aber die Abbildungseigenschaften sind schon auffallend anders als bei so "klinischen" Objektiven wie den Sigma Arts und den 50er Nikkors.

      Nachtrag: Eine wirklich tolle Neuerung bei den Nikonobjektiven ist die Vergütung einzelner Linsenflächen mit Nanopartikeln. Das 58er z.B und das 85/1.4 zum Beispiel haben das "N" im Namen.
    • Vielen Dank für eure Antworten, vor allem Jake für den Praxisbericht.
      Vor einigen Monaten habe ich mich von meinen beiden 2.8er Standardzooms getrennt. Danach blieben mir jetzt, mit Ausnahme von spezielleren Objektiven, nur noch das 24 2.8 AF (ohne D) sowie das 85 1.8 AF (ebenfalls ohne D). Ich muss mir also etwas zulegen, zumindest im Bereich 35 und 50mm, evtl. auch gerne 20mm. Ich bin fotografisch noch in der vordigitalen Zeit aufgewachsen. Damals waren alle auf der Suche nach der bestmöglichen Qualität: bessere Vergütungen, noch feiner auflösende Filme etc. Analog ist für mich in dieser Hinsicht unverändert und nicht gleichbedeutend mit Abstrichen in der Qualität oder bewusst gewollten Fehlern. Ich bin kein Technikfreak, für den das Equipment bedeutender ist als der eigentliche Zweck. Aber wenn ich schon einige hundert Euro ausgebe, möchte ich nicht blindlings irgendetwas kaufen.
      Der Artikel erscheint mir auch nicht sehr sachlich (ein A-B-Vergleich mit gleichem Modell, gleicher Kamera, unterschiedlichen Linsen wäre aussagekräftiger gewesen). Keine Frage, dass Tiefe vor allem durch Licht erreicht wird (und Brennweite). Zudem ist eine "3D"-Wirkung auch kein Qualitätsmerkmal. Beispielsweise könnte ja eine flache Bildwirkung vom Fotografen angestrebt werden.
    • Jake.Kukowski schrieb:

      Nachtrag: Eine wirklich tolle Neuerung bei den Nikonobjektiven ist die Vergütung einzelner Linsenflächen mit Nanopartikeln. Das 58er z.B und das 85/1.4 zum Beispiel haben das "N" im Namen.


      Die bei Tamron noch besser ist und auch anders heisst! Kann man gut sehen beim Wasserspritzer Test zwischen dem 14-24 f2,8 Nikon und dem 15-30mm Tamron bei Matt Granger!
      Auch mir gefällt der Look der Art Serie von Sigma nicht so sehr, die neuen Tamron gefallen mir da besser, obwohl nur f 1,8 haben sie sehr gute Schärfe und der Übergang von Scharf zu unscharf ist schöner fliessender!
      Und ja das neue Nikon 105mm f 1,4 ist wirklich ein Traum und werde ich in meinen Ferien hoffentlich noch weiter austesten können!
    • An der F6 (und an den digitalen) hatte ich lange Zeit das von dir angefragte AF-S 2,8/28-70. Es ist ganz sicher ein Spitzenobjektiv, dessen einzige optische Schwäche eine sichtbare Vignettierung bei 28 und 35 mm und Offenblende ist. Fotografiert habe ich jahrelang ausschließlich auf Diafilm, auf der Leinwand ist das weniger aufgefallen, aber schon bei den gescannten Bildern. Der zweite Nachteil ist Größe und Gewicht, aber mit mehreren Festbrennweiten in der Tasche ist man genau so nass...
      In den letzten Jahren bin ich wieder auf's manuelle Fokussieren zurück gekommen, wenn dich das nicht stört, kann ich dir das Zeiss 2/25 und 2/35 empfehlen. An der F6 z. B. kann man damit auch ohne die Fokusanzeige unten links sehr gut scharfstellen.

      Grüße
      Erhard
      Die Welt ist so, wie man sie sieht.
      Marion Gräfin von Dönnhoff

      homepage: [url]https://www.pictrs.com/momente?l=de[/url]
    • Erhard Barwick schrieb:

      An der F6 (und an den digitalen) hatte ich lange Zeit das von dir angefragte AF-S 2,8/28-70. Es ist ganz sicher ein Spitzenobjektiv, dessen einzige optische Schwäche eine sichtbare Vignettierung bei 28 und 35 mm und Offenblende ist. Fotografiert habe ich jahrelang ausschließlich auf Diafilm, auf der Leinwand ist das weniger aufgefallen, aber schon bei den gescannten Bildern. Der zweite Nachteil ist Größe und Gewicht, aber mit mehreren Festbrennweiten in der Tasche ist man genau so nass...
      In den letzten Jahren bin ich wieder auf's manuelle Fokussieren zurück gekommen, wenn dich das nicht stört, kann ich dir das Zeiss 2/25 und 2/35 empfehlen. An der F6 z. B. kann man damit auch ohne die Fokusanzeige unten links sehr gut scharfstellen.

      Grüße
      Erhard


      Ich nutze beruflich die 5d Mark2 mit dem 24 - 105/4 IS USM. Das vignettiert und verzeichnet ziemlich stark von 24 bis etwa 30mm. Dann ist aber auch alles in Ordnung. Wenn das 28 - 70 dann tatsächlich eigentlich nur als 35 - 70 gut nutzbar ist, wäre das tatsächlich ein ordentlicher Brocken für wenig Brennweite. Wie sieht es denn bei Blende 4 oder 5.6 aus?
      Die von Dir genannten Zeiss-Gläser habe ich mir vor einigen Tagen auch schon im Netz angeschaut. Die Frage ist, ob hier ein deutlicher Unterschied zu den AF-D Nikkoren besteht. Denn die wären nicht nur günstiger, sondern auch sicherlich einiges leichter. Manuell fokussieren macht mir nichts aus. Im Zweifelsfall würde ich der Nikon eine passende Mattscheibe gönnen.
    • Hier ist nochmal der Link, in dem der Autor A-B-Vergleiche zwischen Zooms und "klassischen" Festbrennweiten anstellt. Naja.

      Dennoch gibt es Objektive, deren Bildwirkung mit mehr oder weniger gut gefällt. Nikon 24 / 1.4, Voigtländer 58mm 1.4, oder ein Nikon 105/2.5 gehören sicher dazu. Das Nikon 35/2.0 auch, mit z.B. dem 50mm/f1.8 AF-S kann ich mich nicht wirklich anfreunden, auch wenn die Schärfe sicher recht gut ist.

      Wenn es ein Zoom sein soll, kann man sich auch mal das 35-70mm/f2.8 von Nikon ansehen. Wird oft gelobt und ist gebraucht recht günstig zu erwerben.

      Lars