10 goldene Regeln: 4. Übe den Schuss aus der Hüfte

    • 10 goldene Regeln: 4. Übe den Schuss aus der Hüfte

      lomography.de/about/the-ten-golden-rules

      Die vierte Regel ist die erste "echt" fotografische Anregung.
      Eine "normale" Regel ist: Blicke durch bzw. in den Sucher und wähle den Bildausschnitt optimal aus.
      Prinzipiell ist an dieser Regel nichts auzusetzen.
      Sie entspricht in der Mathematik bildhaft den reellen Zahlen. Wir bewegen die Kamera in einer Art Gerade zwischen Auge und Objekt.

      Die "Hüfte"-Regel sagt: Du brauchst den Sucher nicht. Du kannst das Bild fühlen. (Je nach Bildgefühl ist dabei viel Zufall dabei.)

      Die Fotografie erweitert den Perspektivbereich. Ich kann ohne Stativ die Höhe des Fotoapparates variieren und muss mich dabei nicht in unbequemer Weise bücken.

      Die Leute sind erstaunt, wenn sie sehen, wie ich fotografiere, ich richte die Kamera aus und löse aus.

      Durch die andere Körperhaltung wird zugleich die Stabilität gegen Verwackeln erhöht. Alternativ kann man aus der Bewegung Bewegungsunschärfe erzeugen.

      In gewisser Weise waren Collins und Armstrong Vorläufer dieser Technik.
      Sie hatten Kameras ohne Sucher und mussten Richtung und Motiv "fühlen".

      Lomo Konstruktor Feb 2014 dresden (21) by Bernd Hutschenreuther, auf Flickr
      Die Regel ist erweiterbar.

      Eine Möglichkeit ist die Vollpfostenantenne. (Ich habe keine, aber es ist auch nur eine Art waagerechtes Stativ für Selfies.)

      Ich verwende heute sowohl die klassische als auch die lomografischen Hüftschussmethode.
      Sie ist nicht auf Lomografie beschränkt.

      Bei Fotomuffeln, die sich nicht fotografieren lassen wollen, aber auf dem Bild mit draufsein wollen, ist es eine gute Methode. Es fällt gar nicht auf, dass man schön fotografiert.



      Wer die Hüftperspektive will, aber dabei doch das Bild sehen, kann einen Lichtschachtsucher verwenden.
    • Moin Bernd,

      die 4. Regel wende ich auch immer dann an, wenn meine "Opfer" - meist die eigene Familie - partout nicht fotografierwillig sind.
      Ich halte dann die Kamera auf Bauchhöhe harmlos vor mich hin, tue so, als würde ich etwas einstellen, visiere nach Gefühl und drücke dann unvermittelt ab.
      Die Ausrichtung ist zwar nicht perfekt und eher zufällig - aber besser ein nicht perfekt ausgerichtetes Bild als gar keins.

      Ich freue mich auf Deine weiteren Erläuterungen zu den Lomo-Regeln.

      Viele Grüße
      Dieter