R09 one shot abgeranzt

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • R09 one shot abgeranzt

      Hallo,

      "frö-höliche Weichnacht überall..."

      meine schöne Bescherung hatte ich schon heute, obwohl der Kalender erst den 21. Dezember zeigt.

      Was ist passiert? Wollte heute noch drei Filme entwickeln bevor der Streß losgeht und die ganze Familie hier einfällt. Einen alten und einen neuen APX100 sowie einen RPX400 im 120er-Format. Also guten Jazz in den CD-Dreher, Filme eingespult, jeden in eine eigene Dose (habe ja genug davon), Rodinal angesetzt, wie immer 1:25 bei 18°C, 2x260ml, 1x420ml. Und ab die Post. Die beiden 135er im Kovoi, den 120er gleich anschließend. Entwickeln - Zwischenwässern - Fixieren - Schlusswässerung nach der Ilford-Methode. Mache ich ja nicht zum ersten Mal, bin ja ein alter Hase. Und dann ab in die Dusche mit den Dingern zum Trocknen.

      Ersten APX aus der Spule: hmm, das sieht aber seltsam aus ;( . Erste Schweißperlen zeigen sich auf der Stirn, Hektik macht sich breit. Zweiten APX aus der Spule: ebenso durchsichtig wie der erste X/ ! Mir dämmert was :saint: . Der dritte im Bunde natürlich von identischer Qualität *green* ... Nichts, ganichts, nicht mal (logo!) die Randbeschriftung!

      Ja, dann fiel mir ein, dass es hier mindestens schon einmal Thema war, dass das 100 Jahre haltbare Rodinal auch abranzen kann. Ganz plötzlich. Wenn man Pech hat und den falschen Hersteller / die falsche Behältnis / den falschen Dies / die falsche Das. Den "sudden death" kennt man sonst nur von irgend welchen Vitamin-C-Entwicklern, von denen ich bisher die Finger gelassen habe.

      Noch ein paar harte Fakten:

      Rodinal.jpg

      In einem Anflug von Größenwahn (oder war es Geiz?) habe ich mir damals eine 1,2l-Flasche "R09 one schot" (von Compart) gekauft. Das war im Juni 2011. Der Verbrauch war mal mehr, mal weniger. Mittlerweile war das Behältnis ziemlich leer, ich schätze, es sind jetzt noch 100 - 200ml drin. Die Kristalle von den Ausfällungen haben schon lange geraschelt, was aber bei Rodinal keine Rolle spielen soll (kann man hier irgendwo alles nachlesen). Und vor drei oder vier Monaten war noch alles ok. Den Rest habe ich nach Entnahme immer mit Protectan überlagert

      Mein Fazit:
      1) einmal ist immer das erste Mal,
      2) kleinere, dem Verbrauch angepasste Gebinde kaufen,
      3) die neuen alten Entwicklerdosen sind dicht und siffen nicht (schönen Gruß nach Offenburg )

      Das war meine kleine Weihnachtsgeschichte. Vielleicht hilft sie nicht nur mir.

      Frohe Festtage wünscht Euch

      Volker
      .
      Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
    • Doch das gibts. Ist mir mal mit einer halbvollen, seit ca. 2 Jahren angebrochenen Flasche Adolux APH09 passiert. Die Kontrolle ist ja sehr einfach. Entwickler in offener Schale ansetzen und bei normalem Licht einen Filmschnipsel reingeben. Ergebnis war wie beim zuvor entwickelten Film: nichts, nada, niente, nothing. Blitzeblank. Ein paar Tage vorher hatte der noch anstandslos funktioniert. Und es gibt im Netz auch weitere Berichte von Leuten, die wissen, was sie tun.

      Auch ein Grund, warum ich meine Entwickler am liebsten selber mische: Caffenol, Parodinal, Mytol, C-41

      Ich habe aber auch noch fast pechschwarzes, altes original Agfa-Rodinal, welches immer noch einwandfrei funktioniert. Allerdings in kleinen Glasflaschen gelagert.
    • Mein herzliches Beileid. Wenn es absolut wichtige und unwiederbringliche Aufnahmen waren, könnte man noch eine physikalische Entwicklung versuchen.

      In Zusammenhang mit Nachbau-Rodinal gibt es immer mal Berichte von Sudden-Death. Augenscheinlich hat Agfa irgendwas beim Original anders als die Nachbauer gemacht.

      Wenn ich sicher sein will, dass der Entwickler zumindest etwas macht, lege ich die abgeschnittene Filmlasche oben unter den Deckel in die Entwicklerdose. Ein wenig Film decke ich mit Tesa ab, um den Vergleich zwischen anentwickelt und unentwickelt zu haben.
    • Uwe Pilz schrieb:

      Völlig blanke Filme - ich glaube nicht daran, dass dies am Rodinal liegt. Etwas verringerte Dichte, vielleicht.

      Höchstens wenn die Flasche monatelang unverschlossen dastand.Wie sieht denn das Rodinal aus? Mittelbraun ist noch ziemlich normal.
      Moin Uwe,
      Du kennst mich ja, ich bin alles nur kein Greenhorn. Trotzdem halte ich mich nicht fehlerfrei (q.e.d. ;) ). Mir ist in all den Jahrzehnten, die ich mit Fotochemie rumpansche schon viel passiert. Auch unterentwickelte Filme habe ich schon aus der Dose gezogen, aber blanke noch nicht - bis gestern.

      blank.jpg

      Das Rodinal war schon "sehr dunkelbraun", aber das ist es schon seit längerem. Wie gesagt, die Flasche war verschlossen, der Inhalt mit Protectan überlagert - zumindest mache ich das üblicherweise. Und im Herbst hat es noch ohne sichtbare Einbußen funktioniert. Leider habe ich den letztenwickelten Film zu Vergleichszwecken nicht greifbar, es war eine "Auftragsarbeit".

      Egal, ich habe meine Lehren gezogen (s.o.). Über den Ärger werde ich schon hinwegkommen, deswegen schmeise ich nicht alles hin. Und die Schuld möchte ich nicht anderen (dem Hersteller) in die Schuhe schieben. Shit happens, und wenn es in der Weihnachtswoche ist...

      Und wie schon im Ursprungsbeitrag geschrieben: vielleicht hilfts dem einen oder anderen Mitforenten, der auch älteres Rodinal benutzt.

      Vielen Dank für Eure Anteilnahme und Eure Tipps.

      Gruß
      Volker
      Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
    • Ich kann mich da auch anschließen. Mir ist ein solcher Entwickler (A09) nach einigen Jahren auch von einen auf den anderen Tag "kaputt" gegangen: Der Film war völlig blank. Ich mache jetzt immer einen schnellen Test mit dem Filmschnipsel (wie beim Fixer).


      Hans Wöhl schrieb:

      In Zusammenhang mit Nachbau-Rodinal gibt es immer mal Berichte von Sudden-Death. Augenscheinlich hat Agfa irgendwas beim Original anders als die Nachbauer gemacht.
      Vielleicht liegt dies an Vorlagen (Umweltschutz), die heute anders sind.
    • Volker Trinler schrieb:

      In einem Anflug von Größenwahn (oder war es Geiz?) habe ich mir damals eine 1,2l-Flasche "R09 one schot" (von Compart) gekauft. Das war im Juni 2011. .

      Etwas ähnliches ist mir mit R09 von Calbe passiert. Nachdem ich einen durchsichtigen (echten) APX100 aus der Dose gezogen hatte, war im beim zweiten Film vorsichtiger.
      Siehe da: Statt der blauen Suppe wanderte nach der Entwicklung eine klare Brühe in den Ausguss. Ich habe damals sofort mit D76 nachentwickelt, und alles war gut.

      Der R09 von Calbe muss mit 1:40 verdünnt werden und ist nicht so haltbar, die Original-Plastikflasche ist nicht gasdicht gewesen. Mein aktuelles Rodinal habe ich in eine braune Glasflasche umgefüllt - es stammt aus dem ehemaligen Agfa-Werk in Vaihingen/Enz -, da ich der hellen Plastikflasche damals wohl zu Recht nicht getraut habe.
      Mit Gruß

      Jochen
    • Toni Frank schrieb:

      Ärgerlich ist das schon. Dann werde ich wohl den Rest meines Adonals entsorgen - ist nicht mehr viel drin und auch mehr als ein Jahr alt. Ich bin bis anhin davon ausgegangen, dass das unproblematisch ist bei Rodinal.


      Das ist nun wirklich nicht notwendig. Ihr dürft auch nicht übertreiben.
      Außerdem muss man differenzieren. Es geht hier gar nicht um Rodinal sondern um ein Produkt namens R09 One Shot von einer Firma die Compard heisst.
      Der Titel und der Tag sind irreführend. Es wäre schön wenn ein Moderator das richtig stellen könnte.
      Niemand weiss wer den Inhalt von Compard R09 One Shot wann wo und wie hergestellt hat. Es gibt auch begründete Zweifel, dass es sich um die Agfa Originalrezeptur handelt.

      Insofern muss man als erstes feststellen, dass das Produkt welches diesen Fehler produziert hat NICHT gleich unserem Rodinal (oder Adonal) ist.

      Wir verkaufen selber zwei Qualitäten: Einmal original Agfa Rodinal (Agfa Rezeptur) und einmal APH09 zu einem günstigeren Preis mit dem Verweis auf die abweichende Rezeptur und die preiswerteren Inhaltsstoffe.

      Insofern gilt natürlich auch nicht APH09 = Rodinal (Adonal). Es sind abweichende Rezepturen und abweichende Rohstofflieferanten.

      Es gilt lediglich: Alle Produkte haben in etwa die selben Entwicklunsgzeiten. Das rührt daher, dass die aktive Entwicklungssubstanz identisch ist und alle Produke im pH gleichgestellt sind. der Umkehrschlus sie seien deswegen völlig identisch ist nicht richtig.

      Wir fuchsen uns ja jetzt seit über 10 Jahren in die Produktion ein und lernen ständig dazu.
      Etwas, was ich gelernt habe ist dass man einen Entwickler recht schnell nachbauen und im Entwicklungsergebnis ähnlich stellen kann.
      Was sich aber mit nur erheblichem Aufwand (bzw. gar nicht) nachstellen lässt ist das Puffer-, Inhibitor-, (sofern vorhanden) und Stabi-System. Auch weil diese Substanzen ja dazu da sind zu reagieren z.B. um eine ungewünschte Reaktion zu verhindern und so im Muster nicht mehr in der Originalkonzentration vorliegen.

      Es wäre daher anzunehmen, dass ein Clone einer Rezeptur zwar sehr ähnlich arbeitet aber z.B. in der Haltbarkeit spürbare Unterschiede aufweist. Dasselbe gilt bei Papierentwicklern z.B. für die Schleierunterdrückung oder Fleckenbildung. Moderne Rezepturen sind High Tech und die Kunst besteht in der Feinabstimmung. Das ist aufwendig denn jede fotografische Prüfung kostet extrem viel Geld. Ihr wisst ja selber wie lange man an einem Film entwickelt. Dann muss man ihn noch trocknen bevor man ihn auswerten kann. Das kostet viel Lohnaufwand und Zeit.

      Fazit: Ein Jahr alten Adonal wegzuwerfen weil jemand schlechte Erfahrungen mit einem 5 Jahre altem Entwickler aus einer anderen Herstellung gehabt hat (der zudem schon -wie oben erwähnt- seit einiger Zeit "klunkert"), wäre wirklich eine unnötige Kurzschluss-Reaktion.
      Oben wurde es schon erwähnt: Was noch aus der Patrone schaut ist prima Testmaterial. Einfach in den Entwickler hängen und ausprobieren.

      Wir haben hier auch mal etwas dazu veröffentlicht.

      Viele Grüße,

      Mirko
      www adox.de | www.fotoimpex.de
    • Mein aktuelles Rodinal habe ich in eine braune Glasflasche umgefüllt - es stammt aus dem ehemaligen Agfa-Werk in Vaihingen/Enz -, da ich der hellen Plastikflasche damals wohl zu Recht nicht getraut habe.


      Das ist für eine längere Lagerung immer zu empfehlen.

      Hier meine Erfahrungen mit den Flaschen:

      Seitlich quer-geriffelte schwarze-Flaschen: Haben wir jahrelang eingesetzt als wir noch nicht selber abgefüllt haben. PE-HD, dünnwandig. Das unterste Ende der Scala.
      Agfa Vaihingen (produzierte Flaschen selber): releativ gut. PE-HD aber dickwandig und so besser als z.B. die seitlich quer geriffelten Flaschen.
      Seitlich quer-geriffelte naturgetrübte-Flaschen oben leicht kantig: Setzen wir ein seit wir selber produzieren. Anfangs in der Qualität wie ganz oben aber seit 2 Jahren mit zusätzlicher Sauerstoffsperrschicht. Etwas besser als dickwandiges PE-HD.
      Seitlich längs geriffelte schwarze Flaschen (Moersch): Auch sehr gut. Ich weiss nicht genau was es ist daher ist die Einordnung etwas willkürlich aber die Chemie hält darin.
      Seitlich quer-geriffelte naturgetrübte-Flaschen oben rund: Die neuesten. Seit knapp einem Jahr im Einsatz. Kein PE-HD sondern eine Spezial Mischung als Sonderfertigung: Mindestens so gut wie PET aber ohne die Dünnwandigkeit und Verformungsproblematik (Flasche knickt weg) bei runden PET-Flaschen. Qualitativ sehr gut! Gasdiffusion extrem gering.
      PET-Flaschen dünnwandig (meistens rund): Setzen wir wegen der geringen Stabilität nicht ein sind aber mit das Beste in Bezug auf Sauerstoffdiffusionsverhinderung und gleichwertig mit unseren Spezial-Flaschen. Qualitativ sehr gut! Gasdiffusion extrem gering.
      PET-Flaschen dickwandig (meistens rund z.B. Spur): Noch besser als dünnwandige PET-Flaschen, Knicken nicht weg. Sehen aber ein wenig altbacken aus und waren für uns daher nicht die erste Wahl. Qualitativ super! Gasdiffusion extrem gering.
      Glasflaschen: das oberste Ende der Scala. Qualitativ unschlagbar! Keine Gasdiffusion durch die Flaschenwand. Kommen aber schon aus transporttechnischen Gründen nur zum Umfüllen zu Hause in Frage.


      Dazu muss man natürlich beachten, dass kein Luftstauerstoff in die Flasche gelangt! Gesperrte Wände sind gut aber nutzlos, wenn nur noch eine Pfütze Entwickler am Boden ist und die ganze Flasche voller Luft. Protectan wird bei stark entleerten Konzentraten oft zu wenig eingesetzt. Ist die Flache fast völlig leer muss man sehr lange pfffffffffft machen.
      Ich vermute mal, dass das hier der Fall war. Jeder Rodinal-Typ entwickler ist vom Prinzip her schonmal sehr gut lagerbar.
      Ein Produkt was teilentleert 4 Jahre lang funktioniert hat, weist im Vergleich schon eine sehr gute Bilanz auf.

      Viele Grüße,

      Mirko
      www adox.de | www.fotoimpex.de
    • Ja, ich habe wohl etwas panisch reagiert...
      habe mal den Test mit einem Stück Filmabschnitt gemacht. Funktioniert einwandfrei, schnelle Schwärzung nach ca. 1 Min, nach 4 Min Tiefschwarz. Habe den Streifen zur Hälfte eingetaucht in den Entwickler und anschliessend auch noch Fixiert. Kommt tadellos raus.

      Somit ist dieser Test aufschlussreich genug,um mein Adonal noch weiterhin zu verwenden?

      Im Glasbehälter gab es einen bräunlichen Niederschlag am Glas, dort wo keine Flüssigkeit mehr hinkam. Etwas Bodensatz, aber keine Kristalle.

      Toni