Instaxino - Fuji Instax Wide mit Arduino

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    • Instaxino - Fuji Instax Wide mit Arduino

      Hallo,
      ich habe mich nach einigem hin und her dazu durchgerungen, etwas Zeit zu investieren und eine Fuji Instax Sofortbildkamera "aufzubohren". Ich finde die Kameras wirklich toll, die Ergebnisse ebenfalls. Was mich aber immer gestört hat, war der Blitz, der sich nicht ausschalten lässt und immer zündet, wenn man es nicht will. Die Verschlusszeiten sind mit 1/64s bis 1/200s auch eher eingeschränkt.

      Zunächst sollte nur ein kleiner Schalter für den Blitz eingebaut werden. Als ich die Kamera aufgeschraubt hatte und die wundervolle Plastik-Technik vor mir sah, wollte ich mehr. Da war z.B. nur ein einziger Motor, der je nach Drehrichtung den Auswurf des Bildes oder die Änderung der Objektivposition bewirkt. Kleine Schalter erfassen die aktuelle Objektivposition oder dienen als Endschalter für den Auswurf. Die Belichtungsmessung erfolgt über einen einfachen Fotowiderstand im Objektiv. Die Belichtungszeit wird über das Öffnen/Schließen eines Solenoids gesteuert. Im Prinzip also alles Dinge, die man auch mit einem Mikrocontroller steuern kann.

      Der aktuelle Stand ist wie folgt: von den ursprünglichen Instax-Leiterplatten ist keine mehr im Einsatz. Lediglich die elektromechanischen Komponenten (Motor, Schalter, Solenoid) sind original, alles andere übernimmt ein Arduino Nano. Dieser steuert die Motortreiber, regelt die Verschlusszeit und nimmt die Belichtungsmessung über den originalen Fotowiderstand vor. Die originalen Gummitaster sind noch vorhanden, allerdings liegen darunter nun 4 kleine Taster, über die die Aufnahmeparameter bedient werden können (vorher waren auf der originalen Leiterplatte 4 resistive Schalter). Die Menüführung ist derzeit richtig (!) schlecht. Als Display kommt ein kleines OLED zum Einsatz.
      Den Blitz habe ich vollständig ausgebaut. Platztechnisch wäre es wahrscheinlich auch mit Blitz gegangen, da er aber ohnehin genervt hat, habe ich einen Yongnuo RF600TX Funktrigger verbaut.

      Äußerlich unterscheidet sich die Kamera nur durch das neue seitliche OLED Display von einer originalen Instax.

      Damit kann meine Instax nun:
      - manuelle oder automatische Belichtung
      - Belichtungszeiten von 1/200s bis 30s
      - Mehrfachbelichtung
      - 10 Sekunden Selbstauslöser
      - Auslösen externer Blitzgeräte mit Funktrigger

      Im "Labor" funktioniert jetzt alles, d.h. das Kameramenü lässt sich bedienen, Verschlusszeit lässt sich ändern, Objektiv und Auswurfmechanismus machen Krach. Einen Film habe ich aber noch nicht belichtet. Ich bin optimistisch, dass es klappt, weiß es aber eben noch nicht. Die Blitzsynchronisation wird auch noch spannend. Filme sollten morgen bei mir eintreffen, dann kann ich (bei Interesse) berichten.

      Weitere Details (englisch) sind hier zu finden: tech.lightonfilm.de/instaxino/


      Grüße
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    • Moin.
      Finde ich schon toll, was man alles machen kann, sofern auch das nötige know how gegeben ist.
      Ich wollte mich auch mal versuchen an meiner Instax 100. Bei der funktioniert der Walzentransport für die Bilder nicht.
      Allerdings traue ich mich jetzt erst recht nicht daran irgendwelche Versuche zu starten die Kamera aufzuschrauben.

      Ich denke sie bleibt unberührt in der Vitrine.

      Gruß
      35 mm : Nikon F-601, Minolta XG-M, Minolta X-700, Minox 35 PL, EXA 1b, Leica C1
      6x6 cm: Zenza Bronica SQ-Ai
    • Moin Matt,

      genial! Solche Leute braucht es, um aus dem Haufen Vollautomatik-Krempel eine ordentliche Kamera zu machen. Wäre ich doch nur Ingenieur statt Sozi geworden... ;-)Meinen äußersten Respekt zu Deiner Arbeit! Wenn Du dann noch eine Bajonettaufnahme und Adapter für Großformatobjektive aus dem 3D-Drucker zauberst, solltest Du ernsthaft über eine Patentierung nachdenken. Seit Fuji den FP100 beerdigt hat, lecken sich viele Leute nach Instax-Aufnahmen mit gutem Gerät und guten Linsen die Finger.

      Darf ich euphorisiert und dennoch dezent fragen, ob Du auch "Auftragsarbeiten" (welch schnödes Wort) akzeptieren würdest?

      Mit besten Grüßen und viel Erfolg,
      Friedrich

      @Martin: "...wenigstens eine vernünftige Platine geätzt" warum sind Foren ständig voller Nörgler, statt gute neue Ideen mit Rat und Tat zu unterstützen, wenn man schon den Eindruck erweckt, zu wissen wovon man schreibt.
    • Vielen Dank für die Antworten!

      @ Friedrich: Eine Großformat-Instax würde mich tatsächlich auch reizen. Ich habe hier noch eine Bronica mit schönen Objektiven, die würde ich gerne mal mit Instax-Film nutzen. Die mechanischen Anpassungen wären machbar, bei dem Verschluss komme ich allerdings nicht weiter. So einen relativ großen elektronischen Zentralverschluss zu bauen, ist nicht so leicht.

      @ Martin L.: Generell hast du Recht. Allerdings ist mein Projekt noch am Anfang, ich will erstmal sehen, ob es überhaupt klappt. Zudem ist der Platz im Gehäuse knapp, daher hat es sich angeboten, viele kleine Komponenten zu verbauen, und nicht ein großes Mainboard. Die Lochrasterplatine dient nur als Stütze für die Taster, sonst ist da nichts drauf. Hier könnte man in Zukunft tatsächlich z.B. auch die H Brücke unterbringen. Bei Version 2.0 werde ich meine CNC Maschine nochmal auspacken und die Platine fräsen. Gut?

      Schönen Abend
    • Hi Matt,

      entschuldige, dass ich den thread in eine andere Richtung beuge :)
      Meine Intention mit der Yashi war einen zusätzlichen "Holzgriff"anzubrignen in dem die Elektronik platz hätte.
      Die Yashi hat eine einfache Transitor Technik zum Abgleich der Lichtstärke mit einer Widerstandskette die über den Blendenring geschaltet wird.
      Die Belichtunsgzeit wird dann über ein RC-Glied an den ach so wunderbaren Copal Verschluss per Spannung gegeben.
      Da die electro das 50mm f1,7 hat und dies so ein ober geniales Objektiv ist wäre das ein Sache die mich brennend interssiert hätte.
      Es müsste dann eine Steuerung für manuellen oder Zeitautomatik Betrieb sein.
      Eigentlich nicht so kompliziert aber sicher lohnend.
      Den Griff würde man dann am besten aus Wurzelholz fräßen und der Kamera anpassen, so das es auch eine guten Halt für die Hand gibt.
      "On ne peut prétendre avoir vu une chose
      tant que l'on ne l'a pas photographié."

      Èmile Zola, 1900

      hupfer-fotografie.de/
    • Hm... das mit dem Verschluss würde in der Tat kniffelig werden, sofern man eine vollautomatische Steuerung anstrebt. Folgende Optionen wären aber ggf. Denkbar:
      - vollmechanisch, mit klassischem mechanischem Zentralverschluss, wodurch lediglich der Auswurf des Bildes über den Auslöser gesteuert würde. So könnte man zumindest den Qualitätsgewinn nutzen. Ggf. Noch einen Hotshoe an die Kamera adaptiert und via Kabel mit dem Verschluss verbunden.
      - Compur Electronic Verschluss nutzen. Zwar müssten alle Einstellungen manuell vorgenommen werden, aber das Auslösen wäre elektronisch. Und ggf. ließen sich ja über das Arduino die Belichtungswerte im Sinne eines internen Belichtungsmessers auslesen
      - Ich habe nie einen in der Hand gehabt, aber vielleicht lassen sich ja die Prontor Magnetic Verschlüsse in der Verschlusszeit elektronisch regeln. Allerdings weis ich nicht, ob sie einen Blendenkörper besitzen. Ggf. müsste man mal die "alten Hasen" befragen, ob es komplett elektronisch regelbare Verschlüsse gibt, die auch für GF-Linsen geeignet sind

      Ich habe noch zwei Instax Wide, die etwas aus dem Leim gegangen sind. Wenn Du möchtest, kann ich Dir einen gern für Testzwecke zur Verfügung stellen. Wenn ich mich recht entsinne, hat die Instax Wide eine Brennweite von 99mm. Ich habe noch ein Symmar-S 100 herumliegen, welches das Format knapp auszeichnen sollte. Wenn ich noch einen Copal-0 Verschluss finde, kannst Du das auch gern zum tüfteln nutzen.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich

      Ach ja, wenn es hilft, einen 20er Pack Filme kannst Du auch gern bekommen.
    • So, der erste Test mit echtem Film war einigermaßen erfolgreich. Es scheint alles zu funktionieren, allerdings habe ich eine undichte Stelle im Inneren der Kamera (light leak). Die roten Status-LEDs des Arduino sind immer an und beleuchten zusätzlich das noch nicht entwickelte Bild.
      Auf dem Beispielbild kann man das in der oberen linken Ecke ganz gut sehen. Das Bild wurde mit etwa 1/30s aufgenommen, mit einer normalen Instax also nicht mehr möglich.

      IMG_20170222_141727420.jpg

      Die LEDs werde ich noch auslöten müssen, dann ist die Hardware erstmal fertig. Es werden aber wahrscheinlich noch viele Firmware-Updates nötig sein, bis ich zufrieden bin.