Mamiya Sekor für RB67 - zu lange Verschlusszeiten

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    • Mamiya Sekor für RB67 - zu lange Verschlusszeiten

      Hallo,

      Ich bin Besitzer einer RB67 ProS mit Mamiya Sekor K/L 127 und K/L 180 mm. Leider komme ich nicht zu häufig dazu, diese auch zu benutzen.

      Kürzlich habe ich die Verschlusszeiten der Objektive bestimmt und dabei festgestellt, dass sie i.d.R. zu langsam sind. Ich weiß, dass man bei mechanischen Verschlüssen bis zu 20% Abweichung akzeptieren muss, und eine leichte Überbelichtung tut einem Negativfilm ja auch nicht weh. Bei Studioaufnahmen und Blitzlicht ist die Relevanz sogar noch geringer.

      Kritisch finde ich aber, dass die Abweichung umso größer wird, je kürzer die Verschlusszeit ist. Bei 1/400s beträgt sie gut 50%, liegt also eher bei 1/200 s. In der Regel werde ich mit der Mamiya keine sich schnell bewegenden Motive fotografieren, aber vielleicht brauch ich ja mal doch die 400tel Sekunde, um die Blende weiter aufzumachen.

      Dazu ein paar Fragen:

      1. Woran kann es liegen, dass die Zeiten sich verlängert haben? Die Objektive sind noch neuwertig, standen aber vermutlich jahrelang irgendwo in einem Lager herum.
      2. Pendeln sich die Zeiten irgendwann bei bestimmten Werten ein oder ist mit zunehmender Verschlechterung zu rechnen?

      3. Ist es möglich, dass sich die Abweichungen wieder verringern, wenn die Objektive noch viele Male ausgelöst werden?

      4. Ist eine Justage eher "trivial" (Im Sinne von "hier mal ein Schräubchen drehen"), so dass sie beliebiger Serviceanbieter durchführen kann oder sollten die Objektive zu Mamiya geschickt werden, weil vielleicht Teile getauscht werden müssen?

      5. Wie verhindere ich effektiv, dass die Zeiten sich wieder verstellen? Objektivmechanik bei längerer Nichtbenutzung entspannen? Hilft wirklich nur die regelmäßige Benutzung?


      Vielleicht hat jemand ja Erfahrungen mit den Sekoren, und kann berichten. Mir wäre es wichtig, einzuschätzen, ob eine Justage wirklich dauerhaft etwas bringt, wenn man die Objektive anschließend regelmäßig benutzt.
      Wenn das Problem sich nach 1-2 Jahren sowieso wieder einstellt, könnte ich auch damit leben, das die Zeiten abweichen. Dann würde bei der EInstellung der Belichtung eben die "wahre" Verschlusszeit berücksichtigen.

      Natürlich würde ich mich auch über Vorschläge von Werkstätten freuen, bei denen ich eine Justage durchführen lassen kann.


      Stefan
    • Diese Fragen finde ich auch interessant. Ich selbst fotografiere mit der "elektronischen Variante" der Mamiya Rb, und zwar mit der Mamiya RZ67 pro II und hier treten die Probleme - trotz des elektronischen Verschlusses - ebenfalls auf.

      Das Mamiya RZ 2,8 / 110 mm Objektiv liefert überbelichtete Dias. Zunächst dachte ich, der Belichtungsmesser der Mamiya RZ67 pro II würde ungenau messen und habe dann den Belichtungsmesser etwas knapper eingestellt. Beim Einsatz des Mamiya RZ 3,5 / 90mm stimmen dann die Belichtungen, und zwar ohne Belichtungskorrektur.

      Hier liegt der Fehler ebenfalls am dejustierten Verschluss ... recht ärgerlich. Eine Reparatur des Objektives bei Mamiya in München würde einem finanziellem Totalschaden gleichen. Es lohnt sich effektiv nicht ...

      Ich denke, dass das Problem bei der mechanischen Mamiya Rb67 noch größer sein wird ... hier stellt sich die Frage, ob die Umstellung auf eine Schlitzverschlusscamera nicht doch sinnvoller bzw. kostengünstiger ist.

      Letztendlich können die Probleme bei jedem neu gekauften Wechselobjektiv erneut auftreten. Man hat hier keine einheitliche Belichtung und muss letztendlich jedes Objektiv genau testen, wenn man auf Diafilm belichtet und muss dann den Belichtungsmesser entsprechend korrigieren.

      Da die Mamiya RB oder RZ ohnehin nur bis 1/400 sec. Belichtungszeit arbeitet, ist man dann schnell bei einer höchsten Ablaufgeschwindigkeit von nur 1 / 200 sec.

      Ggf. gleich auf die Pentax 67 wechseln, wenn man unbedingt auf 6 X 7 arbeiten möchte. Hier muss man sich allerdings mit anderen Problemen rumschlagen, wie z. B. heftige Erschütterungen bei der Verschlussauslösung usw. ....

      Thomas
    • Manche dieser Optiken sind ja schon sehr alt.
      Eventuell ist es sinnvoll die betroffenen Objektive in den Service zu geben damit die Schmierstoffe getauscht werden!
      Bei Schmierstoffe erhöht sich mit der Zeit die Viskosität, das wirkt sich natürlich besonders auf die schnellen Verschlusszeiten aus!
      Davon betroffen sind natürlich alle Verschlüsse, aller Firmen, mit unterschiedlichen Ausprägungen!
      Firmenwechsel bringt damit wenig :)
      Gute Fotos Friedhelm
    • Friedhelm Schellscheidt schrieb:

      Davon betroffen sind natürlich alle Verschlüsse, aller Firmen, mit unterschiedlichen Ausprägungen!
      Firmenwechsel bringt damit wenig
      Dennoch ist das Problem bei einer Camera mit Schlitzverschluss schneller behoben. Wenn eine Schlitzverschlusscamera hinsichtlich des Verschlusses nicht richtig läuft, muss nur der Verschluss in der Camera überarbeitet werden und dann passt es bei jedem Wechselobjektiv, bei einer Zentralverschlusscamera muss ggf. jedes Wechselobjektiv überarbeitet werden, da jedes Objektiv seinen eigenen Verschluss hat. Wenn man mehrere Wechselobjektive hat, kann das bei einer Zentralverschlusscamera ggf. zum Problem werden.

      Daher habe ich die Pentax 67 als Schlitzverschlusscamera zum Vergleich herangezogen.

      Wenn man auf Diafilm arbeitet, wird man immer sofort die Abweichung sehen und das kann sehr ärgerlich sein.

      Meiner persönlichen Erfahrung nach neigen mechanischen Zentralverschlüsse sehr schnell zum Verharzen und das kann zum Dauerproblem werden.

      Bei youtoube habe ich gesehen, dass hier eine Anleitung zum Überholen der Mamiya Rb Verschlüsse veröffentlicht wurden. Keine Ahnung, ob Du handwerklich fit bist und das evt. selbst machen kannst:



      Gruß!

      Thomas
    • Hallo,
      eigentlich sind die Verschlussprobleme stets alters- und wenig-benutzt-bedingt.
      Die Schmiermittel verharzen nun ein mal mit der Zeit.
      Da Mamiya Deutschland kameramäßig wohl nur noch auf dem Papier besteht,
      glaube ich nicht, dass dort noch Reps ausgeführt werden.
      Aber eine Verschlussreparatur kann eigentlich jede freie Werkstatt zu annehmbaren Preisen
      durchführen.
      Die Gewissheit, dass das Teil in Ordnung ist, rechnet sich gegen einen unsicheren Gebrauchtkauf.
      Ich würde es probieren!
      Viel Glück,
      Chris
    • Hallo,

      Christophers Aussage kann ich bestätigen. Ich habe auch mehrere Sekore zu meiner RB, wobei zwei davon im Laufe der Zeit ebenfalls Probleme bei kurzen Verschlußzeiten zeigten. Es waren aber auch die Objektive, die ich nahezu kaum benutze bzw sehr lange nicht benutzt habe. Generell ziehe ich jedoch im MF Zentralverschlußkameras jenen mit Schlitzverschluß vor.

      Tatsächlich ist eine "Überholung" der Objektive bei Mamiya Deutschland, zumindest für die mechanischen Sekore, recht bezahlbar. Ich habe die Objektive mit Verschluß reinigen und die Verschlüsse selbst neu fetten lassen, was tatsächlich Wunder wirkte und günstiger als ein 'neuer' Gebrauchtkauf war. Damit habe ich über Jahre wieder zuverlässig funktionierende Objektive. In Zukunft werde ich auch den Rat des Technikers befolgen, wenigstens alle paar Monate die Kamera mit den Objektiven 'zu bewegen', sprich auszulösen. Das hält die Mechanik sozusagen frisch.

      Im Allgemeinen sind die Seiko Verschlüsse der Mamiya Sekore sehr zuverlässig und genau.

      LG ... Daniel
      Kamera(s) : Contax RTS II / Praktica MTL5B / Mamiya RZ67 Professional II / Mamiya RB67 Pro SD (6x8 cm) / Linhof Kardan Color 9x12 cm
      Labor : Kaiser VCP 9005 / Kaiser VCE 7005 AF / Schneider Componon-S 2.8/50 mm / Rodenstock Apo-Rodagon 4/90 mm / Rodenstock Rodagon 5.6/105 mm / Wallner LMC 100 / Wallner CA 526 LMC

      ... und eine Technics GA-1 für die Musik :D