Ricoh GR1 - Defekt

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    • Ricoh GR1 - Defekt

      Weiß jemand was man mit einer defekten GR1 machen soll ??
      Problem ist, dass der Verschluss nicht mehr öffnet - nach dem Auslösen hört man nur ein leises Tackern - das Display zeigt auch nur noch einen Teil.
      Fokussierung, Motor laufen.
      Da Ricoh keine Teile mehr zur Verfügung stellt, sind auch freundliche Reparturexperten machtlos (z.B. Fototechnik Braig).
      Hat jemand vielleicht einen Tip, abgesehen von Hammer, Zange oder anderen "Werkzeugen" ??

      Ich habe zwar auch eine elektronische GR, aber dieses Abstellgeleis auf dem man sich mit einer defekten GR1 befindet, macht mich sehr wütend auf die Firma Ricoh.

      Danke für Hinweise
    • Ich will dich ja nicht ärgern, aber die Kamera wirst du wohl abschreiben können. Ärger über den Defekt kann ich auch gut verstehen. Ärger über den Hersteller eher nicht. Immerhin ist die GR1 über 20 Jahre alt und wie es um die Hersteller der ungezählten analogen Fotoapparate bestellt ist, weiß auch jeder. Das geht den Besitzern von Contax-, Minolta-, Leica- und Rolleikompakten ja nicht besser.

      Stell sie ins Regal, erfreue dich an schönen Erinnerungen und hole dir eine andere analoge Kompakte. Der König ist tot, hoch lebe der König!

      (Liesst sich alles etwas gehässig, ist es aber nicht. Bin selber mehrmals Kamera-Witwer geworden.)

      Gruß, Ernst
      ernst-kluger.de


      Selbst der größte öffentlich verkündete Unfug begann häufig mit den Worten "Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ......."
    • Leider ist das der Lauf der Dinge. Elektronik ist nicht für die Ewigkeit gemacht.

      Dir bleibt nur, günstig ein 2. oder 3. Gehäuse Deiner Ricoh zu besorgen, oder auf manuelle Kameramodelle zu wechseln.
      Da aber auch nur auf jene, welche zumindest heute noch repariert werden können. Nur so kann man aus meiner Sicht eine gewisse Sicherheit haben, noch jahrelang mit dem Lieblingsmodell zu arbeiten und es im Falle reparieren zu können.
      Sollten Erinnerungen an der Kamera hängen, mach es wie Ernst es schreibt, stell sie dir irgendwo hin, wo sie sich schön macht und du sie sehen kannst.
      Ich selbst habe mehrere Sucher Kameras aus den 60er und 70ern (Yashica Electro 35, Olympus mju), welche alle defekt sind, vermutlich den elektronischen Tod erlitten haben.

      Gruß
      Bernd
    • Danke für die aufmunternden Antworten.
      Ärgern tue ich mich über keine, denn irgendwie liegt es nicht an den Menschen, die das Wiederbeleben vielleicht noch könnten, eher an Ricoh, die die Betreuung der Elektronik nicht mehr leisten wollen.
      Andere GR's lassen sich schon finden, ich traue der Sache aber nicht, denn sie scheinen alle irgendwie das gleiche Ende zu finden (Display, Motor usw.).
      Schade ist es, aber dann nutze ich meine Contax T3 weiter (bis......), ist halt kein 28er.
      Dennoch, manchmal geht es schon - meine alte Retina IIIc konnte fachmännisch betreut werden, ist halt "nur" Mechanik, und da hing viel an Erinnerung daran.

      Herzlichen Dank für die guten Ratschläge und Alternativen
      Peter
    • Ich hatte vor ein paar Jahren auch mal dieses Problem mit der GR 1.Da war wohl etwas in dem Flexiblen Kabelbaum zum Objektiv hin gebrochen.

      Das wurde von Ricoh noch anstandslos instand gesetzt.

      Wäre natürlich unschön wenn Ricoh ihre ehemalige Edelkompakte nicht mehr repariert.Leider ist die Kamera immer noch zu teuer, um sich da jetzt einige als Ersatzteillager zuzulegen.

      Hattest du denn direkt auch bei Ricoh nachgefragt?
      Ich hoffe meine hält noch lange.Schon alleine wegen dem Super Opjektiv.
      Gruß
      Hans-Werner

      Wo man am meisten drauf erpicht,gerade das bekommt man nicht.(Wilhelm Busch)
    • Das ist ja die Ursache für meinen Groll - Ricoh unterstützt die analogen Modelle überhaupt nicht mehr (seit ca. 3-5 Jahren oder so).
      Auf dem Anfrageformular gibt es nur noch elektronische Modelle (neben analogen Pentax z.B.)
      Die Nachfragen z.B. bei Maerz in HH die offiziell Ricoh reparieren, sind dann eben negativ. Die können nicht mehr, wenn sie keine Teile mehr bekommen.

      Irgendwie habe ich mich scheibchenweise damit abgefunden - wünsche aber allen anderen die so ein schönes Stück haben eine lange Funktionsfähigkeit.

      Gruß Peter
    • Hallo Peter,
      ich kann das gut nachvollziehen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass gerade Kompaktkameras -auch die späten und hochwertigen -recht anfällig sind. Die Werkstätten sind dann auch eher ratlos. Anderseits ist auch irgendwie klar, dass die Hersteller keine Ersatzteile mehr vorhalten. Allein, dass es noch vor fünf Jahren einen Service dafür gab wundert mich schon ein wenig. Die Nachfrage wird da einfach zu gering sein. Sowas hat mich immer abgehalten in eine hochwertige Kompakte zu investieren - spätestens seitdem mir sogar eine Edelkompakte von Leica (Kyocera) kaputt gegangen ist.
      Wenn gar nichts mehr hilft, würde ich die mal Kamera öffnen und nach kalten Lötstellen, Leiterbrüchen, schlechten Kontakten etc. Ausschau halten. Vielleicht findest du ja auch einen Reparateur, der das Problem eingrenzen könnte. Die Bauteile selbst (mechanisch wie elektronisch) gehen eher selten wirklich kaputt - oft sind es irgendwelche Probleme mit elektrischen Verbindungen/Kontakten. Ich hatte die Tage Canon EF 50mm 1.8 offen, dessen Blende nicht mehr schließen wollte. Ursache war lediglich eine kleine Kontaktfeder, die etwas nachgegeben hatte.
    • Sören hat recht mit den häufigsten Ursachen für den elektronischen Supergau bei den edlen Kompakten. Sind es bei der einen die Leiterbahnen des ausfahrbaren Objektivs, dann sind es bei der anderen die im Scharnier der Rückklappe. Die Contax TVS und Schwestern, die Leica minilux, die Ricoh GR1, die Konica big mini u.v.a haben gerade dort ihre Siegfriedschulter. Vielleicht gibt es einen Hobbyschrauber, der auch ohne Leiterbahnen als Ersatz einzelne Drähte darin zu flicken in der Lage ist. Die muss er aber auch erst einmal sicher aufspüren. Ich denke, das ist nicht sehr wahrscheinlich. Also nicht ärgern und auch keinen Reparateur mehr suchen. Einfach abhaken.
      ernst-kluger.de


      Selbst der größte öffentlich verkündete Unfug begann häufig mit den Worten "Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ......."
    • Vielleicht noch ein Tipp: Putz doch mal die Batteriekontakte mit einem Q-Tip und etwas Ethanol/Propanol. Die kann man ruhig ordentlich abreiben. Es kann auch nicht schaden, die Leerlaufspannung der Batterie (auch bei einer neuen!) zu messen. Die sollte etwas höher als die Nennspannung sein. Ein einfaches Multimeter recht da vollkommen aus. Es gibt Kameras die bei Batterien sehr wählerisch sind. Auch auf die Batterieanzeige kann man sich nicht immer verlassen.
      Die angesprochene Leica hatte übrigens ein sehr ähnliches Problem. Nach dem Auslösen war nur ein leises Rattern zu hören. Dabei ist mir aufgefallen, dass die witterungsabhängig war. Bei höheren Temperaturen funktionierte sie einwandfrei.
      Ich denke, dass deine Kamera grundsätzlich zu reparieren ist - nur der Aufwand dafür lässt sich, wie Ernst schon sagte, kaum vorhersehen. Jemand der das Problem und die Kamera kennt kann sowas evtl. in 5 Minuten lösen, ein anderer kann da Tage und Wochen dran sitzen. Am Ende kann sowas viel Lauferei und Nerven kosten.

      Nachtrag: Ich sehe gerade, dass die Ricoh einen eingebauten Blitz hat. Daher sollte man als Laie davon Abstand nehmen die Kamera zu öffnen. Gerade bei den Kleinen kommt man mit den Fingern oder dem Schraubendreher schnell versehentlich an einen noch geladenen Kondensator vom Blitzgerät. Sowas kann sehr unangenehm - und unter schlechten Randbedingungen tödlich - enden.
    • Peter Fecher schrieb:



      Irgendwie habe ich mich scheibchenweise damit abgefunden
      Verständlich, dass du dich geärgert hast, aber auch umso besser, sich damit abzufinden.
      Klar, die Firma Ricoh gibt es nach wie vor, aber das Produkt ist bereits gut 20jährig. Selbst für halb so alte Geräte wird oftmals kein Service mehr geboten. Es ist halt dem Umstand, dass solche (analogen) Kameras nicht mehr gebaut werden, der uns schlussendlich in solchen Situationen verzweifeln lässt.

      Abgesehen davon : Es gibt elektronische Bauteile die tatsächlich kaputt gehen können. Und es mit erschreckender Häufigkeit und "zuverlässigkeit" auch tun. Aber es stimmt nicht ganz, dass Elektronik per se einfach kaputt geht.
      Daher würde ich die Ratschläge gezielter Kontaktreinigungen zu Herzen nehmen.
    • Ernst Kluger schrieb:

      Vielleicht gibt es einen Hobbyschrauber, der auch ohne Leiterbahnen als Ersatz einzelne Drähte darin zu flicken in der Lage ist.
      Ich weiß nicht, ob er sich an die Ricoh heran traut, aber Karl Michael Beutler repariert auch moderne Kameras und Objektive von Nikon, die als Totalschaden gelten.
      Häufig sind eben besagte Leiterbahnen defekt, das bekommt er oft wieder hin.

      foto-design.org
      Kleinbildnerische Grüße, Marvin
    • Meinen herzlichen Dank für all die Hinweise und Tipps. An solche Ansatzpunkte hatte ich garnicht gedacht.
      Vielleicht ist es doch ratsam Hammer und Zange erst mal liegen zu lassen und doch ein paar Versuche anzustellen, was in meinen Möglichkeiten steht.
      Vielleicht finde ich doch noch einen kündigen und ideenreichen "Schrauber" der das richtige Händchen hat.
      Die Dunkelheit bei diesem Thema hat wenigstens ein kleines Licht etwas erhellt.

      Vielen Dank an alle mit den guten Ratschlägen !!

      Peter
    • Hier nochmal ein Ansatzpunkt für eventuelle Reparaturversuche:
      ifixit.com/Guide/Ricoh+GR-1+LC…ing+segments+repair/54771

      Angenommen, dass es bei dir nur an dem Flexleiter liegt, dürfte das auch ein Elektrotechniker (eventuell Radio/Fernsehtechnik) hinbekommen. Das schöne an den elektronischen Kameras ist, dass man hier nicht unbedingt Kameraspezialisten braucht - sofern es ein elektronisches Problem ist.
    • @Sören Tülling
      Danke für den Link zur Display Reparatur.
      Ich weiß nicht ob ich das wage, aber gibts auch eine Quelle für das "3M 9703 conductive tape"?

      @Peter Fecher
      Meine GR1 hatte dieselben Fehler:
      - fehlende Elemente auf dem Display, schon seit langer Zeit. Dafür hab ich bis jetzt keine Lösung oder Reparatur, immerhin funktionierte sie auch "blind".
      - und als ich sie kürzlich - nach Jahren im Schrank - wieder ausprobieren wollte, ging der Verschluss nicht mehr, oder nur selten. Mit demselben Geräusch.
      Als erstes hab ich eine neue Batterie eingesetzt. Und die Kontakte abgebüstet. Kaum eine Verbesserung.
      Dann wurde ich mutig und habe mein Allheilmittel, "Teslanol Elektro Feinreiniger" von außen in den Spalt des Auslösers gesprüht. Natürlich so kurz und so wenig wie möglich, nur eine Zehntelsekunde. Nach einer kurzen Wartezeit zum Verteilen und Einwirken die Überraschung: sie löst wieder aus, und zwar entsprechend dem AF-Betriebsmodus (spot, unendlich, snap usw... ) den man ja leider nicht ablesen kann, nur nach der Anleitung kombinieren...
      Das Besprühen von außen ist natürlich ein Versuch auf eigene Gefahr! Aber dieses Spray ist ein sehr flüchtiges und rückstandsfreies.
      Ich hab auch schon "öligere" Sprays (zB Kontaktspray oder Silikonöl-Spray) eingesetzt um Objektiv-Blenden o.ä. leichtgängiger zu machen, und dabei ein Objektiv von innen versaut. Aber nur in einem von ca. zehn Fällen... man bekommt Übung im "blind" sprühen, was machbar ist und was nicht, und wo man ums Demontieren nicht herum kommt.
      Bei meiner GR1hats so geklappt.