Erfahrungen mit Agfaphoto CT

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      Marwan El-Mozayen schrieb:

      Der Provia 100F war mir anfangs zu scharf und zu kühl für die Portraitfotografie, ich musste mich da erst einschiessen aber dann ging der auch gut.

      Sehr bedauerlich, dass dieses Vorurteil, der Provia 100F / CT Precisa sei "kühl" nach wie vor verbreitet wird.
      Wann man den Film mal im Vergleich zu anderen Filmen unter Normbedingungen testet, also unter 5500°K, die Farbtemperatur, auf die alle Tageslichtfarbfilme abgestimmt sind, stellt man fest, dass die Farbwiedergabe sehr neutral und exakt ist. Eine große Stärke dieses Films!
      Sehr gut zu sehen, wenn man bei 5500°K Farbtesttafeln aufnimmt und die Ergebnisse mit den Originalen vergleicht.

      Und dann sieht man eben auch, dass beispielsweise alle derzeit angebotenen Kodak Farbfilme nicht neutral und exakt, sondern warm / gelblich abgestimmt sind. Bei einigen (Gold 200, Ultramax 400, Portra 400) ist das im Vergleich zum original Aufnahmegegenstand sogar ziemlich stark.

      Gruß, Jan
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      Jan Hendrik Heuer schrieb:

      Sehr bedauerlich, dass dieses Vorurteil, der Provia 100F / CT Precisa sei "kühl" nach wie vor verbreitet wird.
      Was ist daran bedauerlich? Das ist doch keine qualitative Aussage. Der Film ist doch sehr gut. Er ist halt nicht so warmtönig wie der von uns gegenagene AGFA RSXII oder ein Ektachrome. Leg 3 Dias nebeneinander auf eine Leuchtplatte unf frag unbedarfte Betrachter was ihnen sofort auffällt, dann wirst Du das Wort "warme Farbtöne" weniger bei dem Provia 100F hören.

      Alexander Jordan schrieb:

      Dazu passt auch die gelegentlich zu lesende Aussage der Provia 100F / CT Precisa habe S.g. schon fast einen "digitale" Anmutung.
      Mich stört das überhaupt nicht.
      Sehe ich genauso, ich habe sogar das Gefüh das er heutige Sehgewohnheiten ehr anspricht!
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)
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      Moin,

      Ich finde den Bildwirkung nicht kühl, sondern wunderbar normal. Die anderen sind halt wärmer, was meinem Geschmack weniger entspricht. Sebastian Dziubas tolle Velvia-Aufnahmen werden mich aber wohl auch einmal verleiten den Velvia auszuprobieren. Digitale Anmutung sehe ich auch nicht, das ist noch mal was ganz anderes, meinem Empfinden nach, und bei weiten nicht so natürlich und harmonisch.

      Gruß, Frank
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      Frank Pohlmann schrieb:

      Gute Frage, ich gebe sie erstmal an Alexander und Marwan weiter.
      Der Begriff "Digitale Anmutung" stammt nicht von mir, aber ist mir gegenüber von Betrachtern geäussert worden.

      Ich denke das kann ich Dir nur beantworten wenn Du mir vorher genau erklärst was Du mit .......

      Frank Pohlmann schrieb:

      sondern wunderbar normal.
      meinst.

      Da Du den Begriff "wunderbar" verwendest gehe ich mal nicht davon aus das Du meinst das der Film besonders gut eine Testtafel abbilden kann ;)

      Ich mag auch den Provia 100F, am Ende ist es wie mit dem Affen der in das Stück Seife beisst.... einfach nur Geschmackssache!!!
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)
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      Um nochmals darauf hinzuweisen, habe ich ja den Begriff, den Alexander genannt hat, eben genauso wie er, als nicht zutreffend bezeichnet. Geschmacksache ist es sowieso. Also ein Versuch der Erklärung oder eher Annäherung. Ich verwende auch gerne den Begriff Anmutung, präziser geht es eben nicht. Ich arbeite nur analog, weil ich alles daran mag. Die alten mechanischen Kameras, das Handwerk, aber eben auch das Resultat. Am liebsten da auch mit echten Silberfilmen wie den Klassikern von Ilford. Farbdiafilme von Fuji haben jedenfalls schon mal signifikant weniger Korn als HP5 in Rodinal. :) Ich habe auch schon von der Ähnlichkeit mit Digitalbildern bei den Diafilmen, aber auch bei dem Acros gelesen und konnte da auch weniger damit anfangen. Liegt es an der hohen Auflösung, die auf manche klinisch wirken kann? Ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich nach vielen Jahren mit den guten Kodak Portras den Provia als Lieblingsfilm für mich entdeckt, weil er in normaler Verarbeitung mir den Eindruck vermittelt, den ich bei der Aufnahme von dem Sujet hatte. Bei digitalen Ergebnissen habe ich sehr oft das Gefühl, dass etwas hinzugefügt wird, besonders in Farbsättigung und Kontrast, was ich nicht normal finde. Das sehe ich manchmal beim Velvia auch so, kommt mir aber weniger künstlich vor. Also als Antwort auf die ursprüngliche Frage des Fadenerstellers, auch von mir eine Empfehlung für den Precisa/Provia mit meiner persönlichen Begründung.

      Gruß, Frank
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      Die "digitale Anmutung" habe ich nur aufgegriffen um das besser einzuordnen. Vermutlich kommt sie einfach daher, weil der Film eben ziemlich neutral ist. Also eher oberflächlich betrachtet.
      Axel hat schon recht, wir haben nun 20 Jahre auf digital getrimmte Sehgewohnheiten. Selbst wenn man selber aufnahmetechnisch digital abstinent ist, so hat man es doch permanent mit Bildern im Netz und der allg. Bilderflut unserer Welt zu tun. Die allgegenwärtige von Hause aus sowieso kühle Bildwiedergabe via LCD-Displays tut dann ein übriges.
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      Frank Pohlmann schrieb:

      Um nochmals darauf hinzuweisen, habe ich ja den Begriff, den Alexander genannt hat, eben genauso wie er, als nicht zutreffend bezeichnet. Geschmacksache ist es sowieso. Also ein Versuch der Erklärung oder eher Annäherung. Ich verwende auch gerne den Begriff Anmutung, präziser geht es eben nicht. Ich arbeite nur analog, weil ich alles daran mag. Die alten mechanischen Kameras, das Handwerk, aber eben auch das Resultat. Am liebsten da auch mit echten Silberfilmen wie den Klassikern von Ilford. Farbdiafilme von Fuji haben jedenfalls schon mal signifikant weniger Korn als HP5 in Rodinal. :) Ich habe auch schon von der Ähnlichkeit mit Digitalbildern bei den Diafilmen, aber auch bei dem Acros gelesen und konnte da auch weniger damit anfangen. Liegt es an der hohen Auflösung, die auf manche klinisch wirken kann? Ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich nach vielen Jahren mit den guten Kodak Portras den Provia als Lieblingsfilm für mich entdeckt, weil er in normaler Verarbeitung mir den Eindruck vermittelt, den ich bei der Aufnahme von dem Sujet hatte. Bei digitalen Ergebnissen habe ich sehr oft das Gefühl, dass etwas hinzugefügt wird, besonders in Farbsättigung und Kontrast, was ich nicht normal finde. Das sehe ich manchmal beim Velvia auch so, kommt mir aber weniger künstlich vor. Also als Antwort auf die ursprüngliche Frage des Fadenerstellers, auch von mir eine Empfehlung für den Precisa/Provia mit meiner persönlichen Begründung.

      Gruß, Frank

      Hallo Frank,

      so sehe ich das auch.
      Ich verwende Provia 100F und CT Precisa regelmäßig seit vielen Jahren. Und in ganz unterschiedlichen Situationen. Ich habe ihn sehr schätzen gelernt wegen seiner ausgezeichneten Detailwiedergabe und der wirklich sehr präzisen, natürlichen und neutralen Farbwiedergabe.
      Der Film ist definitiv nicht kühl.

      Was den angeblich "digitalen" Look anbelangt: Das ist falsch. Es gibt nicht einen einzigen Film auf dem Markt, der so aussieht wie eine Aufnahme mit digitalem Sensor. Weil die technischen Entstehungsprozesse bei den Aufnahmemedien Film und digital halt komplett unterschiedlich sind. Und deswegen auch immer unterschiedliche Resultate hervorbringen werden:
      Bei Film sind die Kristalle unregelmäßig stochastisch verteilt. Bei digitalen Sensoren sind die Pixel dagegen streng geometrisch angeordnet.
      Bei einem Farbfilm ist der Film in 16 - 21 Schichten aufgebaut. Das Bild wird in der Tiefe aufgebaut. Beim digitalen Sensor existiert dagegen nur eine einzige Schicht.
      Beim Farbfilm wird jede Grundfarbe in mindestens drei Schichten pro Farbe und jeweils zu 100% erfasst. Beim digitalen Sensor erfolgt in der einzelen Schicht (Pixelfläche) durch die Bayer-Matrix eine Aufteilung der Farberfassung: 50% für Grün, und je 25% für Rot und Blau.

      Dieses Gerede vom angeblich "digitalen" Look von qualitativ exzellenten Filmen kommt meist von den Lomos und Film-Hipstern, für die etwas nur dann Film ist, wenn es grobkörnig ausssieht und total schräge Farben hat (Crossen, lange abgelaufene Filme). Die hacken dann auch gern auf Filmen wie den T-Maxen, Deltas, Acros, Panf+ & Co. rum.
      Wenn man aber diese hervorragenden Filme wegen ihrer Qualität kritisiert, muss man auch konsequent sein, und Mittel- sowie Großformat ablehnen. Denn diese Filme im KB machen eigentlich nur eins: Sie bringen die KB-Qualität einfach näher an die MF-Qualität, wenn im MF mit konventionellen Filmen fotografiert wird.
      Ein Delta 100 in KB liegt halt ziemlich dicht an einem FP4 in MF. Nicht mehr, nicht weniger.

      LG,
      Tina