Eure Nutzung von Filtern für Kleinbild?

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    • Josef Rotter schrieb:

      Ich habe erst vor kurzem mit der Analogfotografie begonnen und hatte gleich mit meinem ersten Film, einem Ilford HP 5 + 400 Probleme gehabt, er war bei Sonne zu empfindlich. Die kürzeste Belichtungszeit bei meiner OLlympus OM 2n beträgt 1/1000 sec, die kleinste Blende bei meinem Zuiko ist f 16. Nun hatte ich neulich die Situation, dass bei f16 die Verschlusszeit 1/1000s war - möglicherweise mehr. denn die Nadel konnte ja nur 1/1000 anzeigen. Ob das jetzt 1/1500 s oder 1/2000 s waren, sieht man erst am Ergebnis.

      Ein typischer Fall, bei dem man einen 100 ISO Film hätte einlegen sollen. Nur benötigt man vorher und nachher möglicherweise doch 400 ISO. Ich dachte nun an einen ND 0,6 Filter, der aus dem 400 ISO einen 100 ISO Film macht. Wenn ich den einstecke und bei solchen Situationen vorhohle, wäre das Problem doch gelöst?.
      Habt ihr auch solche Erfahrungen und was macht ihr?
      Mich würde interessieren, was das für eine LIchtsituation war, die bei ISO400 mehr als eine 1/1000s bei f16 (= mehr als LW16 bezogen auf ISO100) erfordert hat. Im Sommer kommt man normalerweise in voller Sonne in unseren Breiten auf maximal LW 14/15. LW16 wäre eine Aufnahme bei voller Sonne im Schnee. Das ist schon eher eine Ausnahmesituation bzw. auch das Ende der praktischen Fahnenstange, denn höhere Lichtwerte als LW16 trifft man in der Natur eigentlich kaum an. Wenn deine Kamera dir angezeigt hat, dass die Zeit/Blendenkombination nicht ausreicht, dann hast du bzw. die Kamera falsch gemessen bzw. das Messergebnis falsch interpretiert. In extremen Lichtsituation (Beispiel Schnee+volle Sonne) ist es besser, sich nicht auf die Belichtungsmessung zu verlassen, sondern auf den Erfahrungswert, nämlich in diesem Fall, dass Sonne und Schnee LW16 entsprechen. Also Kamera auf manuell stellen, Blende und Zeit einstellen und die Nadel einfach ignorieren. Das nur mal als Denkanstoß am Rande.

      Tatsächlich ist es also so, dass man auch mit einer älteren Kamera mit beschränktem Zeiten/Blendenbereich und selbst mit einem ISO400 Film auch extreme Lichtsituationen wie Sonne+Schnee belichtungstechnisch noch gut meistern kann. Der höherempfindliche Film ist u.U. vielleicht sogar die bessere Wahl. Was man dann nicht mehr hat, ist natürlich Spielraum, die Blende oder Zeit gestalterisch einzusetzen. Dafür sind dann ND-Filter tasächlich sehr praktisch.

      Ganz pragmatisch betrachtet sollte/könnte man den HP5+ bei solchen Bedingungen (hohe Objektumfänge) ohnehin eher wie ISO200 belichten und ggf. leicht verkürzt entwickeln. Hochempfindliche Filme sind außerdem meist gutmütig was Überbelichtung betrifft.
    • Lichtsituation: ca. Mittagszeit gegen Westen fotografiert, kein Schnee, wenige Gebäude.
      Olympus ist beim OM-Doktor gekauft, Belichtungsmesser sollte stimmen.

      "....eher wie ISO200 belichten und ggf. leicht verkürzt entwickeln. Hochempfindliche Filme sind außerdem meist gutmütig was Überbelichtung betrifft."
      Wie erwähnt, bin Anfänger und bringe meine Filme zum Entwickeln zum dm oder Fotohändler.
      Wenn die erste Hälfte des Filmes korrekt auf 400 ISO belichtet ist (bei entsprechend mauen Lichtverhätnissen) und die zweite auf 200 ISO überbelichtet, würde dann dieses Entwickeln auch noch klappen?
    • Josef Rotter schrieb:

      Lichtsituation: ca. Mittagszeit gegen Westen fotografiert, kein Schnee, wenige Gebäude.
      Olympus ist beim OM-Doktor gekauft, Belichtungsmesser sollte stimmen.

      "....eher wie ISO200 belichten und ggf. leicht verkürzt entwickeln. Hochempfindliche Filme sind außerdem meist gutmütig was Überbelichtung betrifft."
      Wie erwähnt, bin Anfänger und bringe meine Filme zum Entwickeln zum dm oder Fotohändler.
      Wenn die erste Hälfte des Filmes korrekt auf 400 ISO belichtet ist (bei entsprechend mauen Lichtverhätnissen) und die zweite auf 200 ISO überbelichtet, würde dann dieses Entwickeln auch noch klappen?
      Evtl. hattest du eine teilweise Gegenlichtsituation oder hellere Teile des Himmels im Sucher, das kann die Messung verfälschen. Starke Reflexe von Metall/Wasser können so was auch machen. DIe OM-2 hatte für ihre Zeit (70er Jare) einen recht fortschrittlichen Beli. Hexen kann der aber auch nicht, d.h. mitdenken auf Seiten des Fotografen ist immer von Vorteil. Im Winter kommt man bei Sonne eigentlich kaum über LW14 hinaus (1/500 f11 bei ISO400). Ausnahme Schnee. Wenn einem die Kamera 1/1000s f16 sagt, dann sollte man misstrauisch werden. Von daher haben mich deine Angaben etwas nachdenklich gemacht.

      Wenn du etwas stärker belichten (wie ISO200) und dafür etwas knapper entwickeln willst. geht das nur bei Selbstverarbeitung und dann immer für den kompletten Film. Wenn du den Film zum Händler oder DM bringst, würde ich ihn prinzipiell nach Aufdruck, also wie ISO400, belichten. Die SW-Filme werden meist eh zu hart entwickelt und wenn man dann noch mehr Licht draufgibt, ist die Gefahr da, dass die Lichter wirklich ausfressen. Wobei mir die meisten zustimmen werden, dass bei klassischen SW-Filmen Selbstverarbeitung eigentlich Pflicht ist. Wenn du davor zurückschreckst, wäre so was wie der Ilford XP-2 (chromogener SW-Film) eine gute Wahl. Die Entwicklungs ist standardisiert und die Belichtungstoleranz ist sehr hoch (unempfindlich ggü Unter- und Überbelichtung) und liefert zwischen ISO100 und ISO800 ordentliche Negative bei ISO1600 noch brauchbare. Da kann man dann sogar mitten im Film wechseln. Man muss den Look des Films halt mögen, ist nicht jedermanns Sache.
    • Josef Rotter schrieb:

      Ich habe erst vor kurzem mit der Analogfotografie begonnen und hatte gleich mit meinem ersten Film, einem Ilford HP 5 + 400 Probleme gehabt, er war bei Sonne zu empfindlich. Die kürzeste Belichtungszeit bei meiner OLlympus OM 2n beträgt 1/1000 sec, die kleinste Blende bei meinem Zuiko ist f 16. Nun hatte ich neulich die Situation, dass bei f16 die Verschlusszeit 1/1000s war - möglicherweise mehr. denn die Nadel konnte ja nur 1/1000 anzeigen. Ob das jetzt 1/1500 s oder 1/2000 s waren, sieht man erst am Ergebnis.

      Ein typischer Fall, bei dem man einen 100 ISO Film hätte einlegen sollen. Nur benötigt man vorher und nachher möglicherweise doch 400 ISO. Ich dachte nun an einen ND 0,6 Filter, der aus dem 400 ISO einen 100 ISO Film macht. Wenn ich den einstecke und bei solchen Situationen vorhohle, wäre das Problem doch gelöst?.
      Habt ihr auch solche Erfahrungen und was macht ihr?

      Josef, genau das ist unter anderem einer der Gründe, warum ich kaum noch mit diesen veralteten Kameras mit nur einer lahmen 1/1000s kürzester Verschlusszeit fotografiere. Die Einschränkungen damit sind mir einfach viel zu groß:
      Bei guten Lichtverhältnissen draußen bekommt man schon bei einem 100er Film Probleme: Beispielsweise Aufblenden, um ein Objekt grafisch frei stellen und betonen zu können, ist dann schon nicht mehr möglich. Bei einer 1/1000s und Blende 2,8, 2 oder gar 1,4 gelangt man dann schon in den Überbelichtungsbereich.
      Und Abblenden versaut einem die Gestaltung, denn man möchte ja oft eben nicht alles scharf haben im Bild, sondern bewusst scharfe und deutlich davon abgesetzte unscharfe Zonen.
      Bei höher empfindlichen Filmen wird es dann noch schlimmer: Man muss in den qualitätsverschlechternden Bereich von 11, 16, 22 abblenden. Beugungsbedingt haben da alle KB-Objektive eine deutlich schlechtere Leistung.
      Und immer mit Graufiltern rumhampeln zu müssen nervt mich persönlich, zumal so ein Graufilter vor dem Objektiv auch nicht gerade zur optischen Leistungssteigerung beiträgt, um es mal vorsichtig auszudrücken.

      Dass die Kamerahersteller schon vor fast 40 Jahren zum Bau schnellerer Verschlüsse übergegangen sind, kommt nicht von ungefähr. Dafür gibt es handfeste praktische Gründe. Das Einsatzspektrum der Kamera und der gestalterische Spielraum erweitert sich doch ganz erheblich!
      Seit mittlerweile 30 Jahren haben wir Verschlüsse mit einer 1/8000s. Aus meiner Sicht einer der größten Fortschritte im Kamerabau. Damit kann ich problemlos auch bei hellem Sonnenschein noch mit einem 100er Film Objekte problemlos durch Aufblenden frei stellen. Und muss nicht zu Tricks wie Filtern greifen.

      Gruß, Jan
    • Josef Rotter schrieb:

      Wie erwähnt, bin Anfänger und bringe meine Filme zum Entwickeln zum dm oder Fotohändler.
      Wenn die erste Hälfte des Filmes korrekt auf 400 ISO belichtet ist (bei entsprechend mauen Lichtverhätnissen) und die zweite auf 200 ISO überbelichtet, würde dann dieses Entwickeln auch noch klappen?
      Beim Fotohändler und auch beim Großlabor kannst Du Deine Entwicklungswünsche auf den Entwicklungsbeutel schreiben. Probier's mal.
      Natürlich gilt das dann für den ganzen Film.

      VG
      Holger
    • Bernd_Hutschenreuther schrieb:

      Für die (partielle) Sonnenfinsternis habe ich einen doppelten Polarisationsfilter genommen. Das hat ganz gut geklappt.
      Das ist aber absolut nicht empfehlenswert. Gängige Polarisationsfilter sind für sichtbares Licht optimiert. Sie können gekreuzt sowohl eine hohe Menge UV-Licht wie IR-Strahlung durchlassen. Das ist sowohl für die Kamera wie auch das Auge, wenn man durch den Sucher schaut, gefährlich. Da man diesen Teil der Strahlung kaum sieht und sich deshalb keiner Gefahr bewusst ist, kann sie ihre schädigende Wirkung voll entfallten.
    • Absolut leichtsinnig! Die gesammte UV-Strahlung und IR-Strahlung geht da durch! Ich habe genug hinsichtlich Sonnenbeobachtung gemacht. Sogar die Baader Filterfolie mit ND 3 für die Photographie ist bereits für die Augen sehr gefährlich. Da braucht man ND 5.
      Ausserdem gehört zusätzlich die Folie immer vor das Objektiv, niemals vor das Okular.
    • Durch den Sucher habe ich nicht geblickt, es war eine Digitalkamera in dem Fall.

      Schlimmstenfalls wäre sie kaputtgegangen. Ist sie aber nicht.

      Ich habe auf das Display geguckt. Ich hatte auch noch eine zweiäugige Analogkamera mit, dort habe ich ohne Filter fotografiert. Aber in dem Fall sehe ich keine Gefahr fürs Auge. Dafür war die Streuung durch die Mattscheibe zu groß und auch der Abstand Auge-Mattscheibe. Die Bilder vom Boden wurden am besten.

      Dann habe ich auch die Abbildungen der Sonne auf der Straße bzw. dem Waldweg und dem Bürgersteig fotografiert, die durch das Blätterdach erzeugt wurden. Ich habe extra Bäume gesucht, die im März genügend dicht waren.

      Außerdem habe ich eine Lochkamera zur Beobachtung gebaut, da war kein Filter nötig.


      Josef Rotter schrieb:

      Bernd_Hutschenreuther schrieb:

      ...


      Welche Kamera hat 1/8000 s?
      1/8000 z.B. die Nikon D7500, die Nikon D750 oder, wenn Du 1/16 000 willst, die Nikon D 1
      Danke sehr.
    • Bernd_Hutschenreuther schrieb:

      Durch den Sucher habe ich nicht geblickt, es war eine Digitalkamera in dem Fall.

      Schlimmstenfalls wäre sie kaputtgegangen. Ist sie aber nicht.

      Ich habe auf das Display geguckt.
      Ich konnte den Tip einfach nicht unwidersprochen stehen lassen. Der nächste ließt das, stellt eine echte Spiegelreflex mit 500mm Tele auf ein Stativ und beobachtet durch den Sucher ausdauernd die Sonne. Bis er die schlechte Filterwirkung merkt, ist es zu spät.